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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 8. Dezember

Euphelia kann gar nicht sagen, wie sehr sie diesen Tag herbeisehnte. Vielleicht ist dies die wichtigste Tür, die das Adventskalendertürenöffnungsteam beleuchtet.

Ihre ganze Feder ist durchleuchtet vor Freude. Fridofranz läßt sich von diesen Emotionen gern anstecken. Soooo viel Energie fließt durch den Salon.
Heute ist Vollmond. Normalerweise ist dies alles Kraft und Energie des Vollmonds, doch diesmal schwingt megaviel Vorfreude darin mit.

Der Vollmond steht im Zeichen der Zwillinge. Das bedeutet, daß sich lange angehaltene Gefühle ihren Weg bahnen. Da gleichzeitig die Sonne im Zeichen des Schützen steht, sorgt das für eine energetische Stimmung. Denn sowohl Zwilling als auch Schütze sind als dynamische, fröhliche und vergnügte Sternzeichen bekannt.“ Sie lieben Partys und Spaß, gehen gerne aus und haben Freude daran, neue Dinge zu lernen und zu entdecken.“ Ohja, denkt sich Euphelia, Spaß macht es auch, alte, liebgewordene Dinge neu zu entdecken.

Und das ist der Grund aller Vorfreude: 2023, im Jahr der Lebenslust – Ein Vierteljahrhundert voller Stolz und Dankbarkeit – gibt es allmonatlich wieder die Groß Breesener Vollmond-Mystik.
„Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost bewachen, weil unsre Augen sie nicht sehen.“ Matthias Claudius
Abzuschalten, in bunte Träume zu versinken, auf dem Flügel der Phantasie in eine unbegrenzte Welt zu fliegen, hilft jedem, für eine Weile die schnelle Wirklichkeit auszublenden und einzutauchen in eine umfassende Ruhe. Große Autoren haben diesen Phantasien auf unnachahmliche Weise nachgespürt. Zu jedem Vollmond werden wir eine Lesung veranstalten. Alle 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 3 Sekunden erscheint der Vollmond an unserem Himmel – ihr solltet dann unbedingt hier bei uns in Groß Breesen sein.
Die ersten drei Vollmond-Lesungen erwarten euch am 7. Januar, am 4. Februar und am 7. März.

Euphelia und Fridofranz versprechen euch zauberhafte Momente, schöne Texte, magische Orte, die Conny für euch im Jubiläumsjahr aussucht.
„In zwanzig Jahren wirst du dich mehr ärgern über die Dinge, die du nicht getan hast, als über die, die du getan hast. Also wirf die Leinen und segle fort aus deinem sicheren Hafen. Fange den Wind in deinen Segeln. Forsche. Träume. Entdecke.“ Mark Twain

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 7. Dezember

Euphelia verharrte gestern abend neben Fridofranz still und geduldig. Neue Menschen mit neuen Büchern waren nicht in Sicht. Conny verschlief den Nikolaus mit Ansage und komplett. Der Rausch von Fridofranz war verflogen. Jedoch rührte er sich noch immer nicht von der Stelle. Diese Klappe hatte schon lange niemand mehr geöffnet. Früher stand hinter ihr eine Flasche Kräuter und ein Erste-Hilfe-Glas. Euphelia wird Conny einen Zettel hinlegen, damit sie nachfüllt. Fridofranz ist das gerade egal, er sitzt, bewegt sich nicht und starrt auf die Haustür. Gleich wird er kommen, der Held, der Superheld, der Jan, der das Internet in der Tasche mitbringt. Fridofranz hat den Geruch nach verbranntem Gummi noch immer in der Nase. Gestern, als das Adventskalendertürenöffnungsteam gerade dachte, daß Liane noch Türen geöffnet haben möchte, schnüffelten sie und Ingo wie Spürhunde an ihnen vorbei. Kurze Zeit später schnüffelte Torsten mit. Das sah bißchen komisch aus, war aber Rettung in großer Not, denn im Technikschrank schmorte ein Kabel vor sich hin. Das Internet fiel dieser Attacke zum Opfer. Deshalb sitzen nun heute Fridofranz und Euphelia wie die Wachtposten in ihrer Klappe. Und jetzt, jetzt schreien beide gleichzeitig: Es kommt, es kommt, das Internet kommt. Danke, Jan von und zu Internet, für deine blitzschnelle Hilfe.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 5. Dezember

Euphelia öffnet eine ihrer Lieblingstüren. Ihr scheint es so, als sei hier die ganze Welt friedlich beieinander. Egal, ob Rot oder Weiß, egal ob Europa, Afrika oder Australien – ohne Zank und Streit leben die Weine in verschiedensten Altersgruppen ein friedliches Nebeneinander, sozusagen ein internationales Mehrgenerationenprojekt. Der fürsorgliche gute Geist für diesen Raum ist Liane. Ab Januar wird sie erneut exklusive Weinproben gekonnt und mit großem Fachwissen kredenzen. Euphelia freut sich so sehr, daß es die „Verabredungen zum Essen“ wieder geben wird. Diese Abende waren viele Jahre gern besuchte Höhepunkte. Der besonders dekorierte ovale große Tisch, die abendlich gekleidete Gesellschaft, kreative Menüfolgen, die von korrespondierenden Weinen begleitet wurden. Diese Abende erinnerten ein wenig an die wundervolle alte Salonkultur. Euphelia hat sich so sehr gewünscht, die Aufregung, die bei allen Gästen zur Eröffnung dieser besonderen Verabredungen herrschte, wieder zu spüren. Am 19. Januar 2023 wird es voller Lebenslust die Erste Verabredung zum Essen mit den Gutsherren geben. Deshalb wollte Euphelia heute schon mal dem Weinkeller einen Besuch abstatten. Sie konnte ja nicht ahnen, daß Fridofranz scheinbar schon vor ihr da war. Ein Regal war bereits leer und Fridofranz schlief in diesem tief und fest. Hier liegt nicht der Hase im Rausch, sondern Fridofranz, der Weihnachtsbär.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 4. Dezember

Euphelia ist selbst ganz überrascht, was sich hinter dieser Tür verborgen hält. Eigentlich hatte das Adventskalendertürenöffnungsteam keinen Plan für den zauberhaften zweiten Advent. Viel zu oft hatten sie heute Türen klappen hören. Doch wer will schon über Ausgangstüren schreiben. Ausgangstüren! Das wäre doch wirklich traurig. So schön, wie das Hotel am Wochenende gefüllt war, so viel Abschied gab es nun heute. Lange wurde im Wohnzimmer erzählt, so richtig wollte niemand fort. Die, die blieben, konnten diesen wundervollen grauen Nachmittag bei Kerzenschein, heißer Schokolade, Glühwein und köstlichem Kuchen genießen. Und mit Buch? Was für eine Frage! Besser, als für ein Buch in der Hand, mit dicken Socken an den Füßen und etwas Köstlichem im Glas, konnte dieser Tag gar nicht sein. Heike las den neuen Roman von Carsten Sebastian Henn „Ein Schuß Whiskey“ zu Ende. Ah, denkt Euphelia, da kommen doch sicher Ideen hinterher. Klar! Jedoch Geduld. Geduld.
Zurück zur Tür, die nicht geplant war. Conny mag gern nach solchen intensiven Wochenenden ganz allein für sich sein, um noch einmal die Erlebnisse, Gespräche und Anregungen Revue passieren zu lassen. Nicht umsonst bleibt sie auch im Kino immer sitzen, bis die letzte Zeile des Abspanns vorbei ist. Sie ist bei allem, was sie tut, mit Herz und Seele dabei. Mal eben so nebenbei – geht nicht. Und so schlich Conny am Abend langsam, in Gedanken versunken, auch ein wenig erschöpft, die Treppe im Brockhaus zu ihrer Wohnung hinauf. In ihre Tasche hatte sich Fridofranz hinein geschmuggelt. Euphelia hatte es in letzter Sekunde verpaßt, noch unbemerkt in die Tasche zu springen. Dabei wäre es eine gut gepolsterte Landung geworden, denn Conny war mal wieder mit ihrem gesamten Reisegepäck unterwegs auf dem langen Weg vom Büro nach Hause. Kalender, Bücher, Strickzeug, Telefon, noch mehr Bücher… – ihre beiden Taschen schreien echt nach Aussteigerurlaub (andere kommen aus Amerika mit weniger Gepäck zurück). Auf halber Treppe steht der Adventskalender von Stefanie aus dem letzten Jahr, der bereits zwölf Monate lang eine Maskotchenfunktion eingenommen hat. Immer, wenn Conny daran vorbeigeht, hört man ein leises: Hallo, Nini! Heute mit geflüstertem Echo – und so bemerkte sie Fridofranz in ihrer Tasche. Beide griffen im Affekt gleichzeitig zur selben Tür, welche wirklich selten geöffnet wird. Deshalb hatte Fridofranz noch keine Ahnung, was da zum Vorschein kam. Conny sammelt sooo viel. Bücher über Bücher, Bücher über Gärten, Bücher über Brot, über Köche, über besondere Frauen, über besondere Orte – doch daß Conny auch Handarbeitsbücher sammelt – Fridofranz war völlig verwirrt.

Wann, sag wann, kann sie sich damit auch noch beschäftigen? Sogar Conny schien leicht überrascht. Aha, schon voll der Schrank? Wann, sag, wann, kann sie das alles noch ausprobieren, was da an Ideen in diesem Schrank versteckt steht? Zum Glück gibt es auf dem Weg zu dieser Antwort schon einen Meilenstein. Mit Gudrun, die in Lachendorf bei Celle mit ihrer Tochter den sehr erfolgreichen „Südheide Wollshop“betreibt, verabredete sie sich im nächsten Jahr zu ganz besonderen Stricktagen. Alle, die Lust haben zu stricken, zu quatschen, Techniken auszuprobieren, Muster auszutauschen, zu häkeln, zu weben, zu fädeln, zu nähen, zuzuschauen und Ratschläge zu geben, sind herzlich willkommen.
Oh, Fridofranz ist ganz begeistert, welch wichtige Tür er per Zufall geöffnet hat. Komme, was da WOLLE, der Termin für diese kreativen Tage aller Nadelklappernden steht schon fest: 19. – 23. April 2023.

Noch auf der Treppe stehend bekam Euphelia diese Nachrichten, damit das Adventskalendertürenöffnungsteam noch am selben Abend berichten und einen zauberhaften zweiten Advent wünschen kann.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 3. Dezember

Euphelia gluckst und versucht, den Blick von Fridofranz in die gleiche Richtung zu lenken. Das Adventskalendertürenöffnungsteam hatte sich gerade entschieden, und nun versucht doch Reinhard tatsächlich, das Leben hinter genau dieser Tür förmlich zu erforschen. Eine schöne Tür hat er geöffnet. So viele Geschichten könnten sie wie eine Girlande darum ranken.

Helga aus Rostock hat diesen Schrank vor Jahren sozusagen auf unbegrenzt im Gutshotel geparkt. Sollte sie ihn irgendwann brauchen, holt sie ihn wieder. Über der Tür steht auf dem Schrank ein großartiger Beweis von Liebe und Anerkennung zum Gutshotel, denn auf dem Bild finden sich viele Details, die das Hotel und Eulenhausen zeigen. Über den außergewöhnlichen Adventskranz vor dem Schrank wird noch später zu berichten sein. Hinter der Schranktür, an deren Schloß ein Glücksstein von der Insel Hiddensee hängt, stehen vorwiegend Bücher aus Mecklenburg-Vorpommern. Conny hatte vor zwei Jahren ihre eigene Sammlung ausgedünnt. Wie groß das Interesse daran ist, hat sie echt überrascht. Erste Fächer sind leer. Conny sucht weiter regionale Literatur, um diesen Schrank neu zu bestücken. Jeder weiß, sie liebt ihre Heimat über alles. Jahrelang reiste sie in den 90ern als Veranstalter durch die halbe Welt, verkaufte in ihren vier Reisebüros Reisen in die ganze Welt. Doch hier fühlt sie sich angekommen und geerdet. Hier hat Conny das Gefühl, ihren Zweck ihres Lebens ausfüllen zu können. Die Bücher hinter dieser Tür brachten sie auf die Idee, endlich, nach zehn Jahren, wieder eine Überraschungstour zu Kleinoden in ihrer Region anzubieten.

Das Datum steht fest: 20. – 24. AUGUST 2023. Mehr wird auch nicht verraten. Ziele und Preis bleiben Geheimnis. Conny stellt sozusagen erneut die Vertrauensfrage. Euphelia und Fridofranz sind ganz erstaunt, was so eine ganz normale Adventstür alles bewirken kann.

Doch da ist noch was, spüren beide und beobachten den Blick von Conny, der sich schon minutenlang lächelnd auf das Tun von Reinhard richtet. Dieses verträumte Lächeln kennen sie. Torsten kennt es auch. Danach kommt oft der Satz: Groten, ich hab da eine Idee. In der Tat, die Idee läßt sich nicht stoppen. Groten, wir brauchen eine Tür wie einen Schrank, durch den man hindurch gehen kann. Sie sieht den Wandschrank aus den Chroniken von Narnia, die sie noch nie gelesen hat, vor sich. Euphelia und Fridofranz halten die Luft an und blinzeln gespannt zu Torsten. Dieser schaut Conny mit großen Augen an, schweigt, lächelt und …. überlegt eine Lösung. Vielleicht werden sie an Weihnachten gemeinsam „Die Chroniken von Narnia“ schauen. Auf jeden Fall freut Conny sich, daß sie mutig genug war, diese Idee auszusprechen. „Als einziges unter all den Lastern ist die Feigheit ausschließlich schmerzhaft – sie ist entsetzlich, wenn man sie kommen sieht, entsetzlich, wenn man sie empfindet, und entsetzlich, wenn man sich ihrer erinnert.“ sagt C.S. Lewis. Die Chroniken zu lesen ist wahrscheinlich eine gute Idee. Morgen holt sie die Bände etwas näher an ihr Bett. Man kann ja nie wissen, wann die Lust, sie zu lesen, zuschlägt. Ohje, denken sich Euphelia und Fridofranz, das war erst Tür 3. Was wohl die nächsten Türen verraten?