Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 5. Mai

Euphelia ist total überrascht. Die Nachrichten heute morgen bestätigten die ersten Informationen vom späten gestrigen Abend. Es geht wieder los! Schnell! Pure Freude sieht anders aus, denkt sie sich, als sie in die Gesichter von Conny, Torsten und Maxi schaut, die hier im Wohnzimmer zu jeder vollen Stunde mit dem Ohr am Radio kleben. Da gibt es Bedenken, ob sie selbst so zügig all diese einschränkenden Bedingungen annehmen möchten. Irgendwie wissen sie heute gerade weder den genauen Weg, noch die Richtung. Es geht bergauf, das ist klar. Doch das WIE wird zu beraten sein. Der Bauch erhebt ganz stark sein Mitspracherecht. Seit Wochen freuen sie sich hier auf den Neubeginn. Nun soll es auch ein gefeierter neuer Beginn werden. Wunderschön, voller Freude und auch lohnenswert.

Habt also Geduld, liebe Freunde des Bücherhotels, so möchte Euphelia Euch zurufen.

Mit absoluter Sicherheit werden die Hausherren weder die Bücherscheune, noch das Restaurant, noch den Gutspark vor dem Hotel öffnen.

Sie werden hier die Nachrichten der nächsten zwei Tage abwarten, um dann in aller Ruhe den Weg zu ebnen und einen Fuß nach dem anderen in die neue Richtung zu gehen.

Gemach! Gemach!

Und am meisten hofft Conny darauf, daß sie oben an der Tür stehen kann, um Euch zu begrüßen – und daß Ihr das Lächeln auf ihrem Gesicht sehen könnt.

Weg? Richtung? Bergauf!!!
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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 4. Mai

Euphelia schickt Maigrüße. Diese könnten sich so anhören, wie sie es bei Manfred Eisner gelesen hat, denn besser kann sie diese nicht formulieren:

Maigrüße in der Hoffnung bald schon wieder viele von Euch wiederzusehen sind eine Hoffnung, die in naher Zukunft Hoffnung bleiben wird. Aber in ferner Zukunft wird meine Hoffnung zu Zuversicht. Es bleibt die Hoffnung, dass die ferne Zukunft nicht zu fern wird.

Bis dahin möchte Euphelia einfach ihren Fokus bewußt auf all das Schöne richten, was gerade ohne aller Zutun um sie herum passiert. Da richten die Kastanien ihre Kerzen auf mit einem Duft, daß sie denkt, sie sei im Wunderland. Da gibt es täglich neuen Farbenrausch, wenn sie die Augen durch den Gutspark schweifen läßt. Da gibt es überall so viele Möglichkeiten, mit ein wenig Dankbarkeit sich selbst das Leben zu versüßen. Möglichkeiten für ein Gefühl, welches sich ein wenig entfernt von dem, was gerade in unser aller Leben „nicht paßt“. Damit meint Euphelia nicht nur die Hosen. Was wurde nicht alles für selbstverständlich gehalten! Nun stellt Euphelia fest, wie viele Gesten, Dinge, Gespräche intensiver wahrgenommen werden – erspürt in ihnen das Gute, Schöne, Wertvolle, Leise, Liebevolle, Hilfreiche.

Euphelia wünscht Euch einen kraftvollen Start in den Mai, voller starker Momente. Manchmal, so weiß Euphelia, sollte man einfach seine Gedanken zu Papier bringen. Vielleicht können wir ja unsere Zukunft so formulieren, wie wir sie uns vorstellen.

Denn: Das, was wir denken, das tun wir! Voller Motivation! Eines verändert sich gerade hier im Wohnzimmer ganz nahe bei Euphelia: Conny beginnt zu schreiben!

Nach hinten hat sie nun mit Hilfe von Maxi und Torsten wochenlang aufgeräumt, losgelassen. Aber nach vorne – da ist noch viel weiße Fläche!

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 24. April

Euphelia ist wortlos. Natürlich haben die drei hier im Bücherhotel Pläne und Visionen und Vorstellungen von der Zeit danach. Sie sehnen sich danach, wieder mit den Mitarbeitern gemeinsam die Gäste zu verwöhnen. Doch, mal ganz ehrlich. Könnt Ihr Euch Groß Breesen vorstellen mit Maske, Glasscheibe am Empfang und Verhaltensregeln auf dem Zimmer? Könnt Ihr Euch das Gewölbe vorstellen mit Platzanweisung und Sicherheitsabstand? Nicht immer scheint die Sonne. Natürlich ist der Park weitläufig. Doch wie dicht dürfen wir dann an Euch heran? Stellen wir das Essen in Reichweite und Ihr holt es Euch dann?

Ganz ehrlich, das ist nicht Groß Breesen. Gerade nach dieser ganzen Zeit kommt jeder aus einem einzigen wichtigen Grund hierher: Endlich wieder knuddeln, umarmen, sich berühren. Die Ellenbogen? Gehr hier gar nicht. Hier braucht keiner die Ellenbogen.

Deshalb ist Euphelia gerade etwas zurückhaltend. Da mögen sie in der Politik viel verhandeln. Natürlich sollen sich auch hier die Türen wieder öffnen. Doch unter welchen Bedingungen, das muß Conny noch mit ihrem Bauch und mit Torsten und Maxi und mit ihren tollen Mitarbeitern besprechen. Da sind ja auch noch die Eltern, die mit über 80 Jahren unbedingt wieder besucht werden müssen. Auch deshalb werden die drei hier zwischen den Büchern versuchen, Risiko zu minimieren. Wenn das Ausgeben von Essen und Trinken, um dafür Geld zu bekommen wichtiger sein sollte, als das Austauschen von Lachen und Liebe und Nähe, dann wird sich Literaturien noch eine Weile sehr verschlossen zeigen. Noch halten sie das hier durch.

Gerade heute entdeckte Conny beim Aufräumen ein Gedicht

von Olle Hansen

Bleib gelassen!

Hader nicht, hoffe nicht!                                   Halte dich im Gleichgewicht.

Werde groß, bleibe klein.                                      Lass die Welt in dich hinein.

Lerne dich, kenne dich.                                                  Anders als du bist du nicht.

Du bist heute, du bist morgen.                                             Für die beiden musst du sorgen!

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 20. April

Euphelia beobachtet noch immer die Tätigkeiten beim Packen der Päckchen und Pakete. Tausend Dank an alle, die hier die kleinen Freuden bestellen, die sich dann beim Auspacken und Verschenken sicher vervielfachen werden. Das Angebot an interessanten Dingen, die jedem Lesewesen ein Hurra entlocken, wächst mit Eurem Interesse und Euren speziellen Anfragen. Es macht Spaß, gemeinsam mit Euch diese literarischen Beiwerke und Nippes zu finden und auf unsere Insel Literaturien zu verschiffen, um sie dann wieder in alle Welt zu schicken. Nochmals unser allergrößtes Dankeschön dafür.

Am Wochenende, so konnte Euphelia den ausführlichen Diskussionen von Conny, Torsten und Maxi entnehmen, wurden erste Entscheidungen hier im Wohnzimmer getroffen.

Allerfrühestens, aber auch wirklich allerfrühestens, wird das Bücherhotel seine Türen am 15. Mai öffnen. Vorher wird auch die Bücherscheune nicht zur Verfügung stehen, auch nicht der Gutspark.

Ob es vielleicht noch später wird, werden die Entscheidungen zeigen, die von Staat und Politik abhängig sind.

Doch Euphelia kann schon jetzt allen Freunden dieses Hauses versprechen –

WIR ÖFFNEN WIEDER! Irgendwann! Wir schaffen das!

Wann – Wie – Was dann wichtig ist, was die Zeit überdauert hat, was wir mit „rübergenommen“ haben, das ist noch komplett offen. Mit Abstand betrachtet, sieht vieles doch ganz anders aus. Euphelia weiß nur eines ganz genau:

Hier im Bücherhotel bleibt es herzlich, amüsant, lebensfroh und liebevoll.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 15. April

Euphelia ist unsicher. Geht sie den richtigen Weg? Ihr Füßlein ruckelt im silbernen Schuh.

Conny, Torsten und Maxi verlebten ein wirklich schönes Osterfest. Da wurde viel geräumt und viel geputzt, dennoch saßen sie gemütlich unter den Kastanien – in Vertretung aller nicht anwesenden Ostergäste. Ein bißchen war es, wie bei Dinner for one. Die Stühle stehen auf der Terrasse um die Tische, doch nur zu dritt prosteten sie den anderen Imaginären immer mal zu. Am Lagerfeuer klang ein sommerlicher Tag am Sonnabend aus, bevor es kälter wurde und ab Montag die Arbeit wieder den Vorrang hatte. Langsam bekommt der Saal in seiner Berumpelung ein System. Maxi erweist sich als klarer Logistiker. Conny zieht erstaunlich gut mit. Sie versteht diese Aktion wahrhaft als Aufarbeiten eines dreißigjährigen Unternehmerlebens. Sie stellt sich vor, DANACH mit leichter Last durch den Alltag zu schweben. Ihr werdet schon sehen, was das Jahr der Kühnheit noch so macht. Wenn Conny schwebt – oh, oh. Torsten ist Maxis unermüdlicher Teampartner, denn alles muß schnell aus Connys Blickfeld, was einmal entschieden wurde.

Doch warum ist Euphelia bloß so unruhig? Jetzt kann sie sich nicht zurückhalten. Sie stippt ihr Füßlein in das Mondstaubviolett und setzt ganz vorsichtig an:

„Ihr Lieben, hier ist Euphelia. Ich muß da mal vorlaut werden, einfach so an Conny vorbei. Bitte seid ihr nicht böse, sie kann es nicht schaffen. Sie bekommt Mails, Whatsapps, Anrufe, Karten, Briefe, Päckchen und Pakete. UND: Conny freut sich jedesmal wie eine kleine Prinzessin. Da wird gelacht, da fließen gerührte Freudentränen, da werden Torsten und Maxi geschüttelt und umarmt. Glaubt mir, was Ihr Freunde da draußen für die Gastgeber hier drinnen tut, das ist ein Märchen, das wahr wird. Doch Conny kommt nicht hinterher, sich einzeln zu melden und zu bedanken. Sie ist schon echt verzagt. Bitte habt Verständnis und nehmt mich, Euphelia, in meiner Verantwortung als Hausschreibfeder als Dankesboten an. DANKE, daß Ihr so stark an dieses Haus glaubt und danke für das Vertrauen, daß die sich hier drinnen Euer würdig erweisen.

Das wollte ich, Euphelia, Euch heute unbedingt sagen, Conny weiß von nichts. Petzt bitte nicht!“

Und ganz schnell legt Euphelia diesen Eintrag in das Buddelbuch.

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