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Eintrag in das Buddelbuch- Euphelia am 23. November

Euphelia!!!! Eupheeeelia!!!!!!!! Eupheeeeliiiiiiiiaaaaaa!!!!

Das ist schon nicht mehr lustig. Seit Wochen, ja seit Monaten schweigt die Hausschreibfeder. Erst fehlten ihr die Themen, später die Sätze, zum Schluß die Worte – dann verschwand sie ganz. Lange stand sie auf dem Schreibtisch Zwischen den Zeilen – immer mit dem Blick auf die Haustür, in der sich im Juni der Schlüssel gedreht hatte und den sie keinen Tag aus dem Auge ließ. Sie war glücklich, denn Menschen kamen und gingen. Das ganz normale, verrückte Spiel hatte endlich wieder Fahrt aufgenommen, so, wie es alle kannten.

Hurra! und Wir sind wieder da! und Da sind wir endlich! und Schön, Euch zu sehen! und strahlendes Lächeln, lautes Lachen, Freude schöner Götterfunken – beim Ankommen.

Schon vorbei. und Wir kommen bald wieder. und Ach, das Inselleben war sooo schön. und Ich will nicht weg. und Bleibt gesund und Paßt auf Euch auf!  und ein Tränchen, Verabschiedung über Stunden, ein trauriges Schmollen – beim Weggehen.

Die Gutshotelfamilie war in ihrem Element: Verwöhnen, Wünsche erfüllen, neue Wünsche erfinden, um diese zu erfüllen, das Draußen draußen lassen. Jeder strahlte in seinem Bereich und an seinem Platz. Fast das ganze Leben spielte sich draußen im Gutspark ab. Frühstücken, Abendessen, Grillen, Lagerfeuer, Waffeln backen, lesen, quatschen, Cocktails schlürfen, Brot backen, Kastanien sammeln, Laub harken, Akkordeon lauschen, stricken, spielen.

Man konnte den Eindruck haben, dies sei ein Gesellschaftshaus, von „Hotel“ spürte man eher weniger. Es wurde Abstand gehalten, Rücksicht genommen und Respekt gezollt. Euphelia hätte jeden Tag darüber berichten wollen.  

Doch da stand ihr geliebter Freund Faust neben ihr auf dem Schreibtisch, den sie seit so langer Zeit vermißt hatte. Ganz kurz nur hatte sie ihn kennengelernt. Er lag neben den prachtvollen Fotobüchern in der Glasvitrine, hatte ihr den Weg in die Freiheit gewiesen, nachdem sie in ihrer Schachtel aufgewacht war. Sie hatte sich am Spalt der Scheibe kurz umgeschaut, seinen Blick gespürt und beide hatten sich sofort ineinander verliebt. Jedoch gingen sie unterschiedliche Wege. Faust reiste von Kiste zu Kiste international und Euphelia von Schreibtisch zu Schreibtisch auf der ganz kurzen Strecke.  

Zunächst wurde nun also fröhlich Wiedersehen gefeiert. Sie erzählte Faust von der langen, stillen, einsamen Zeit im Haus. Faust selbst war inzwischen viel herum gekommen. Mit Aladin gemeinsam in der Kiste flog er in den Orient, kam dann zum Zauberer von Oz. Mit dem zusammen wurde er auf Händen wieder zurück in das Haus getragen, denn es war überall das Interesse der Gutshotelfamilie an der Smaragdenstadt bekannt. Und so wollte es der Zufall, daß der kleine Prinz, der gerade zur selbigen Zeit auf dem gelben Steinweg wandelte, neben Faust gelegt wurde und sie zu zweit bei Euphelia ihren Platz auf dem Schreibtisch bekamen. Jetzt gab es kein Halten mehr. Sie sprudelten über, erzählten alle drei um die Wette ihre Geschichten. Beinahe hätte das 1002 Nächte gedauert. Doch plötzlich, mitten im Satz, wurde aufgeräumt. Räumen und Putzen – legendär im Gutshotel und sowieso Zwischen den Zeilen. Schon landete Faust wieder in einer Kiste. In letzter Minute gelang es dem kleinen Prinzen, Euphelias Bitte zu erfüllen. Er schubste sie zwischen die Seiten und so konnten Faust und Euphelia beisammen bleiben. Zunächst merkte es niemand. Euphelia hatte sowieso seit Tagen in der Öffentlichkeit geschwiegen, nur mit den beiden Dauerhelden erzählt. Sozusagen Sommerurlaub der Hausschreibfeder.

Doch eines Tages wisperte die Frage durch das ganze Haus: Wo ist Euphelia? Habt Ihr Euphelia gesehen?

Niemand hatte sie gesehen. Alles Suchen auf den Schreibtischen und in den Schubladen half nichts. Der kleine Prinz, der immer so lange fragte, bis er eine Antwort bekam, war als Gefragter sehr viel stiller. Er verriet nichts. Langsam wurde man unruhig. Ute bohrte schon intensiver nach. Habt Ihr Euch auch mal gekümmert? Wie geht es Euphelia?

Der kleine Prinz schämte sich ein wenig, daß er beim Suchen nicht half. Wenigstens die Richtung hätte er gern verraten. Aber Ehrenwort war Ehrenwort. Unter Prinzen – da hätte er vielleicht reden können. Unter Prinzen: AAAHA! Ja, das war es. Seit einigen Tagen hatte er schon immer mal wieder das Gerücht gehört, daß ein Prinz im Hause weilt. Noch hatte er ihn nicht gesehen. Ein Prinz im Gutshotel? Einer, der aufrecht sitzt und schreibt? Nicht einer, der liegt, geblättert und gelesen wird? Wenn das wahr wäre, könnte der kleine Prinz vielleicht einen Wink geben, damit Euphelia ihren Urlaub mit Faust beendet und zum Advent wieder ihren Dienst als Hausschreibfeder antritt. Und tatsächlich, genau am Schreibtisch Zwischen den Zeilen, genau da wo der kleine Prinz Euphelia zu ihrem Liebesglück verholfen hatte, nahm er Platz, der Bücherprinz.

Der Bücherprinz schlug das große, alte, ehrwürdige, hölzerne Buch auf und suchte nach einer Schreibfeder. Keine da. Urlaub. Der kleine Prinz wußte nicht, wie er anfangen sollte. Doch Bücherprinzen verstehen zum Glück die Lettersprache. Als der kleine Prinz sich räusperte und den Bücherprinzen bat, ihm eine Feder zu malen, malte dieser eine Schachtel. Da errötete der kleine Prinz und flüsterte ganz leise: Entschuldige, diese Schachtel ist leer, denn die Feder fiel in eine Kiste. Sie reiste mit Faust gemeinsam. Der Bücherprinz, der ja die Lettersprache versteht, hob die Augenbrauen, dachte kurz nach, lächelte und dankte erhaben – so von Prinz zu Prinz. Die Richtung war klar. Die Suche konnte beginnen, ein starker Trupp war schnell gefunden:

Elke hatte intellektuelle Unterstützung gebracht – Alma. Alma sollte mit ihren Kenntnissen in allen Wissenschaften den Weg zu Euphelia und Faust analysieren. Sie hatte eine umfangreiche Ausbildung an der Uni Rostock bestens abgeschlossen. Doch bei dieser Aufgabe kam selbst Alma ins Schwimmen. Von Sandra eilte Verstärkung herbei – Oskar mit Eula. Oskar hatte sich eine neue Familie gewünscht und war der Gutshotelfamilie in Liebe verfallen. Eula würde auch im Dunkeln zwischen den Kisten und Regalen gut sehen. Die drei waren ein starkes Team. 

Gemeinsam brachen sie auf, durchwanderten das Gerümpelland und kamen an im Bücherparadies – ein langer, halbdunkler Weg voller Kisten und Regale. Wo sollten sie anfangen zu suchen?

Euphelia!!!! Eupheeeelia!!!!!!!! Eupheeeeliiiiiiiiaaaaaa!!!!

Doch halt, still, ganz still! Da höre sich das doch einer an.

Haben die sich denn immer noch nicht alles erzählt? Sie kichern und wispern und reden und reden – und die Kiste offen und ganz in der Nähe. Alle traten heran. Euphelia und Faust unterbrachen überrascht ihr Gespräch. Ein von Liebe erfülltes Lächeln lag auf Euphelias Federmündchen. Sie sah aus, als wenn sie fast wüßte, was die Welt im Innersten zusammenhält. Sie schaute den abenteuerlichen Suchtrupp an, einen nach dem anderen, fragte schlicht nach der Uhrzeit, streichelte die angekokelte Ecke ihres Freundes und sagte: Gehen wir an die Bar? Ich habe Durst.“

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 26. Juli

Euphelia zieht ihr silbernes Füßlein sachte aus ihrem silbernen Stiefelchen und ganz langsam setzt sie an zu einem ersten Federstrich. Wieder und wieder zögert sie. Wie soll sie diese Tage beschreiben? Nein, es ist kein normales Leben. Nein, es ist nicht wie früher. Wie war früher? Was ist normal? Was heißt DAVOR und DANACH?

Lieber kommt sie zu diesem Augenblick zurück, zum Hier und Jetzt. An vielen Tischen im Gutspark mit seinen alten Kastanien sitzen Gäste. Sie reden in langen Gesprächen miteinander. Bärbel und Heidi haben sich ein Jahr nicht gesehen, vorher nicht gekannt und beginnen ihr Wiedersehen, als hätten sie schon gemeinsam im Sandkasten gespielt. Was für eine Vertrautheit. Rosemarie spielt Didgeridoo am großen Ausguck und hat bereits ihre erste Runde mit Kennerblick durch die Pflanzenwelt hinter sich. Der von ihr gepflanzte Bienenbaum hat sich so üppg entwickelt, daß alle unter ihm wachsenden Pflanzen wahrhaft Untertanen geworden sind. Die aromatische Luft nach einem kräftigen Regen lockt Bienen und Hummeln förmlich an. Eben erst zog ein grummelndes Gewitter über die Sonnenschirme hinweg. Noch immer hört man das Donnern in der Ferne hinter dem Wald. Manch einer flüchtete sich kurz in das Haus, andere rückten einfach unter den Sonnenschirmen zusammen. Silke und Frank standen eng beieinander unter einem Regenschirm vor dem Garten-Salon, den richtigen Schlüssel am großen Schlüsselbund suchend, bis die Sonne sich schon hinter einer Wolke ein Guckloch gebohrt hatte. Der Park atmete unter diesem herrlichen Landregen auf. Zum Glück ist er in diesem Jahr so wild, wie schon lange nicht. Inseln von hohem Grün, verschiedenen Gräsern und bunten Wildblumen locken so viele Insekten an, das man nur staunen kann, wie vielfältig und farbenfroh diese Welt der fliegenden Gesellen ist. Im Garten wurden die ersten tiefroten Stachelbeeren geerntet und der Kuchen danach gelobt. Johannisbeeren reifen, Zucchinis werden immer dicker und länger. Connys Kürbisexperiment entpuppt sich als Umsetzung des Märchens „Der süße Brei“. Auf den Feldern rund um das Gutshaus herum reift das Korn. Hochsommer. Wie schnell die Zeit nach dem Schlüsseltag an der Gutshotelfamilie vorüber huscht.

Nicht nur bei Vollmond in den letzten Tagen haben sie Glühwürmchen beobachten können in den stillen Stunden der verträumten Abende. Lange saßen die Gäste beisammen in lauer Luft, am glimmenden Feuer unter einem sternenklaren Himmel. Manch ein Städter bestaunt hier die Vielzahl der Sterne – ja, hier gibt es eben viele davon, hat Conny geantwortet und leise in sich hinein gelächelt. Dieser Genuß einer puren Sommerabendromantik zeigt so deutlich, was sie alles vermißt haben. Und dabei gehört doch wirklich so wenig dazu. Gestern abend saßen zwei auf den Holzstühlen kuschelnd nahe beieinander, es war bald Mitternacht, und Conny ahnte, dies war ein Abend, an den beide noch lange denken werden. Zeit füreinander und miteinander, die Welt um sich herum einen Augenblick vergessen, der Stille zweisam lauschen. Und doch fällt es Conny gerade schwer, den Regen einfach zu genießen. Die schrecklichen Bilder aus anderen Teilen Deutschlands, irgendwie gar nicht weit weg, überschatten die Schönheit eines Gewitters mit Landregen. Wie ein kleines Mädchen ist sie von der Romantik in ihrem Park verzaubert, hat sie sich in den letzten Monaten wahrhaft neu verliebt in ihr Zuhause, teilt es einmal mehr von Herzen gern mit ihren Gästen, doch gerade die Regengüsse und Überschwemmungen werfen ihr erneut die Fragen nach dem Sinn ihres Lebens vor die Füße. Hat sie ihren Platz gefunden? Tut sie alles, um ihre Spuren in Raum und Zeit glückbringend und wohltuend und nützlich und sinnvoll zu hinterlassen? Ist das, was bisher war, stimmig? Was davon kann sie bewahren? Was sollte sie verändern?

Conny ist sich gerade nicht sicher, ob dies hier aufgeschrieben gehört, aber Euphelia schreibt einfach ohne zu fragen. Sie wird aufpassen in den nächsten Tagen, daß Connys Gedanken sich erst zu Bildern im Kopf und dann zu Worten formen. Man merkt Conny diese Unruhe viel zu schnell an, wenn sie eben alles auf einmal tun will, wenn der Tag nicht ausreicht für ihre Vorhaben und das System der Prioritäten aussieht, als wenn im Bus alle Gäste in der ersten Reihe sitzen wollen, und wenn sie jeden Tag Brot bäckt, sodaß selbst Edoard, der Roggensauerteig, fast aus der Puste kommt.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 13. Juli

Euphelia hat sich endlich einen oberen Platz in Connys Ich-Tu-Liste erkleckst. Alles, was auf dieser Liste jetzt noch vor ihr steht, hat sie mit Tinte überspritzt. Spitzbübisch lächelt sie von ihrem Schreibtisch herunter – ich war das nicht!!! Sie will jetzt endlich raus aus ihrem silbernen Stiefelchen und in Bewegung kommen. Immerhin ist Euphelia die Hausschreibfeder. Gestern vor genau vier Wochen drehte sich der Schlüssel im Schloß. Na, ist es denn jetzt etwa langweilig? Oder warum ruft keiner nach Euphelia zum Diktat? Viele Menschen hat Euphelia inzwischen kommen und gehen sehen. Wie schnell sich alles wieder wie immer anfühlt, wie VORHER, als wären zwei Wochen Urlaub gewesen und nicht sieben Monate Stillstand. Die Gutshotelfamilie begrüßt und verabschiedet, oft mit Hurra, oft mit Tränen der Rührung, so oft mit strahlendem Lachen. Euphelia spürt jeden Tag aufs Neue den Stolz, die Begeisterung, die Leidenschaft. Es gibt es noch, das Bücherhotel mit seinem zauberhaften Verwöhnort. Und nichts tun sie hier gerade lieber, als endlich wieder sich kümmern, als Wünsche erkennen, bevor sie ausgesprochen wurden. Doch es gibt einen ganz besonderen Grund, warum Euphelia nicht einen einzigen Tag länger auf ihren Einsatz warten will. Sonnabend kam ein dicker Briefumschlag von Renate und Bernd. Darin ist ein geheftetes Buch aller Einträge von Euphelia seit Beginn in 2019. Seite für Seite haben Renate und Bernd ausgedruckt, mit allen Bildern und ein Buch daraus gestaltet. Es ist dick. Und es ist jetzt eine Geschichte, die wahrhaft in der Zeit DAVOR beginnt. Wie spannend wird es wohl sein, diese vielen Seiten hintereinander zu lesen. Euphelia ist so sehr dankbar über dieses riesengroße Geschenk. DANKE!!!!!!! Von ganzem Herzen Danke! Vielleicht ist dieses prachtvolle Buch als  Aufforderung auf den Punkt gelungen: nämlich, nicht mehr so wortlos am ersten Satz zu knabbern, sondern endlich wieder das Treiben und bunte Leben zu beschreiben. Immerhin ist Euphelia ja die Hausschreibfeder. Ab morgen wird sie per Klecks in bernstein wieder heftig daran erinnern, daß sie für die Klicks verantwortlich ist. Versprochen!!! Renate und Bernd, ihr bekommt also wieder Stoff. Nochmals Danke!!!!!

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 15. Juni

Euphelia ist gerührt, erstaunt, begeistert. Nun kehrt bereits am zweiten Abend der neuen Zeitrechnung Ruhe ein im Park und im Haus. Was für ein Tag – DER Schlüsseltag gestern. Mit 23 Gästen startete die Gutshotelfamilie in die neue Zeit. Zauberhafte Helfer hatten am Wochenende bereits Hand angelegt, damit auch die restlichen Arbeiten in der BuchBar, im Park und in Eulenhausen fertig wurden. Da wurde die rustikale Sitzgruppe an der Buchenhecke komplett geschliffen, neu zusammen gebaut und gestrichen. In der Buchbar wurden die letzten Waren eingeräumt und Preisschilder kreativ entworfen. In Eulenhausen ist die Telefonzelle nun komplettiert mit Bücherregal und Münzfernsprecher für Selbstgespräche. Heu wurde im Park geharkt und die uralte Sense im Takt zum Freischneider geschwungen. Noch am Vormittag des Schlüsseltages war Conny im Park unterwegs.

Euphelia schüttelte das ganze Federkleid. Wie will die denn wohl um 14 Uhr die Tür aufschließen. Schade, daß Conny anschließend wirklich lange duschen mußte, um wieder ein nichtniesender Mensch zu sein. So verpaßte sie die Möllis, die mit einem ganzen Schloß ihre Aufwartung machten.

Blumen wurden per Floristen geschickt und sooo viele beste Wünsche und liebe Grüße erreichten Conny und die Gutshotelfamilie per Mail und WhatsApp. Ein wahnsinniges Gefühl von Verbundenheit überkam Conny und immer wieder endete es in einer Flut von Tränen. So langsam, ganz langsam kommt die Gewißheit an. Sie haben es wirklich überstanden. Wenn Liane zu Conny kommt und mit einem Zwinkern gestern flüstert: „Ich bringe jetzt die ersten Teller raus!“ Wenn Maxi von draußen kommt: “ Du, da sitzen Menschen im Park. Es wird gelacht.“ Wenn Engelchen sich freut: „Conny, ich kann es noch, sie haben mein Frühstück gelobt.“ Euphelia kommt aus diesem Lächeln gar nicht mehr raus. Das ist also der Stoff, der gute Laune macht. Vielleicht sind es noch einige Tage, mehr bestimmt nicht, dann hat sie alle der Alltag wieder eingeholt. Doch, eines ist ganz sicher: Dieses große Gefühl von Stolz, von Vertrauen, von Liebe zu diesem Ort wird sie tragen. Unvergesslich. Unumstößlich. Und an diesem großen Gefühl dürfen alle Gäste teilhaben. Dies ist eine Begründung dafür, was diesen Ort, diesen Urlaub so magisch macht, was ihn zur Sehnsucht wachsen läßt, wenn man ihn zwischendurch verläßt. Die meisten kommen wieder. Einige, so wie Conny, Torsten und Maxi und ihre Gutshotelfamilie bleiben und passen auf und werden weiter Geschichte schreiben, gemeinsam mit ihren Gästen hinter geöffneten Türen.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 13. Juni

Euphelia muß nur noch einmal schlafen. Dann wird sie von ihrem Schreibtisch aus den Blick direkt auf die Tür heften und ….

Wenn diese Stühle morgen gegen Mittag ordentlich an ihrem Platz stehen, werden diese Tische dekoriert sein, die Tür aufgeschlossen sein und nach und nach Menschen hinein kommen. Die Menschen (sie nennen sich Hotelgäste) werden fröhlich und glücklich lachen. Conny wird fröhlich und glücklich weinen. Es ist soweit.

Heute war der Feinschliff draußen angesagt und Torsten in seinem Element. Möbel raus aus dem Winterlager. Wie von Zauberhand verändert sich der Blick in den Park innerhalb kürzester Zeit. Alle Eingänge wurden überprüft, CHECK!

Für Biene blieb heute die letzte große Aufgabe, den Matti zu putzen. Matti – das ist unser MitArbeiterTratschTempel-i.

Wenn Biene anpackt, dann geht es auch richtig zur Sache. Als sie ihren Plan für heute erfuhr, kam nach einem winzigen Überlegen: in Ordnung, ich brauche Schraubenzieher, Schrubber und Teppichklopfer. Und zack, da war die Bude auch schon leer. Manchmal bewundert Conny die Schnelligkeit, mit der Biene den Schalter umlegen kann. Biene, heute nicht backen, heute kochen, Koch ist krank. Wieviel Zeit habe ich? Wieviele Gäste? Ärmel hochkrempeln, einen Augenaufschlag lang überlegen, Blick ins Kühlhaus – na gut, dann laßt uns diese Party feiern. Ja, feiern, feiern kann Biene auch. Da bleibt kein Auge trocken und niemand braucht ein Hörgerät. Und auch sonst sagt sie an, wann immer ihr etwas nicht paßt. Direkt. Manchmal gewöhnungsbedürftig. Doch meist lernen sie hier bei solchen Gesprächen beidseitig voneinander. Das macht dieses besondere kreative Klima aus. Die Buchtorte – fast jeder kennt sie – ist Bienes Kreation. Eigentlich muß bei Bienes Temperament alles unkaputtbar sein. Doch wenn sie auf ihren Torten dekoriert, dann werden die Zuckerperlen zahm. Dann läßt sie selbst nur Perfektion durch die Gütekontrolle. Seit mehr als 16 Jahren bäckt, kocht, putzt und lacht Biene nun schon hier in der Gutshotelfamilie. Viele Köche hat sie kommen und gehen sehen. Köche sind Wandervögel, sagt Biene. Was sie hier hält sooo lange? Biene überlegt kurz, dann antwortet sie ganz ausführlich norddeutsch: ist cool hier.

Ab morgen, freut sich Euphelia, werdet ihr sie alle in echt wieder erleben. Sie sind noch enger zusammen gewachsen, als jemals zuvor. Diese zehnköpfige Gutshotelfamilie freut sich riesig auf diesen Sommer. Sie gestalten ihn wie im letzten Jahr klein und fein, mit voller Hingabe und Leidenschaft. Heute Abend wurde frischer, feinster, köstlicher Rhabarber von Silke aus Rostock gebracht. Dazu bekam Conny drei Tomatenpflanzen. Sie tauschte dagegen drei Kürbispflanzen. Das Leben kann so einfach, schön und unkompliziert sein. Morgen gibt es Rhabarberkuchen. Morgen, wenn die Tür offen ist und viele Fenster im Haus ebenfalls, wenn Stimmen zu hören sein werden, Bücher durchs Haus getragen werden, Aperol geschlürft wird. Morgen.