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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 26. November

Euphelia ist noch ganz gerührt. Connys Papa Heinz spielte Akkordeon im Park, Torsten grillte Bratwurst. Es gab Soljanka, hausgebackenes Brot mit Kräuterquark und Mamas Schmalztopf. Der Regen war gerade vorübergezogen, die Luft so lau wie im Frühling und das Lagerfeuer brannte lichterloh. Drumherum standen wundervolle Menschen, ohne die der erste Advent im Gutshotel kaum denkbar wäre. Lotti und Bruno, nun erwachsene charmante junge Menschen, hatte Conny bereits als Kleinkindern vorgelesen. Ihre Oma Elke entspannt sich am besten in der Bücherscheune, immer auf der Jagd nach ganz ausgewählten Schätzen.

Seit so vielen Jahren ist dieser Abend vor dem Entzünden der ersten Kerze im Adventskranz ein sehr besonderes Ritual. Danke allen unseren Gästen für ihre Treue. Am Nachmittag hatte Conny lange mit einem glücklichen, liebevollen Lächeln den Salon beobachtet. Alle Sofas waren belegt. Sie lasen, erzählten, strickten, bastelten, tauschten Erinnerungen aus oder lernten sich neu kennen. Barbara schrieb voller Freude mit Tinte und Glasfeder, Mona zeigte verschmitzt ihre frechen bibliophilen Socken. Juliane gestaltete ein Fotobuch für ihre Kinder, Ute und Wilhelm ihre Zeitung. Bei Carola lugte ein Ärmel aus dem Strickbeutel, dem noch die letzten Reihen angeklappert wurden, während die fertige Jacke, an der dieser Ärmel  schon angenäht war, bereits auf das stolze Vorzeigen wartete. Bärbel las ein Buch und hatte Kopfhörer auf den Ohren. Conny fand das sehr effektiv. Da liest sie ein Buch und hört gleichzeitig ein Hörbuch. Was man da doch alles schaffen kann, dachte sie. Torsten und Heike präsentierten nach einer Wahnsinns-Aktion einen umgebauten, mit einer neuen Bücherwand gestalteten Garten-Salon. Dieser wurde sogleich mit unseren Lobis, unserer total liebenswerten Mädelsrunde, eingeweiht. Unsere Jäger feierten nicht nur Weidmanns Dank, sondern auch Geburtstag.

Euphelia schaute auf das Gewusel und spürte voller Wärme die Freude der Gastgeber, die bereits tagelang dekoriert hatten, als ob es kein Morgen gäbe.

Ein offenes Schmunzeln konnte Euphelia nicht verbergen, als Norbert und Christiane bei einem Blick in Connys Büro ausriefen: Oh, Conny, zum Glück wie immer. Conny lachte schallend, der Weg zum Schreibtisch war immerhin noch frei. Doch in den Zeiten von Advent (oder auch sonst) muß alles, was noch gebraucht wird (Conny kann immer noch alles gebrauchen) im Büro zwischengelagert werden. Ihr Büro ist eben immer offen, überfüllt mit Dingen und strahlt eine liebevolle Art von Gemütlichkeit aus.

Schon zum fünften Mal läutet Euphelia die Adventszeit als Hausschreibfeder ein. Sie ist sehr stolz darauf, so lange schon diese Aufgabe erfüllen zu dürfen und dankbar dafür, daß ihre Beiträge noch immer Würdigung erfahren.

Natürlich ist auch Euphelia ungeduldig auf die Bekanntgabe der Veranstaltungen im kommenden Jahr. Der Januar wird schon fleißig gebucht. Das ermutigt Conny, sich nun den nächsten Monaten zu widmen. Das Jahr der Lebenslust – ein Vierteljahrhundert voller Stolz und Dankbarkeit nähert sich mit großen Winterstiefeln. Die Gäste wünschen, fordern, drängeln, spekulieren, hoffen. Achja, das ist schon echt aufregend und ein herrliches Gefühl, daß so viele gespannt sind auf die Dinge, die da kommen. In den letzten Jahren gab es Neuigkeiten und Informationen hinter täglich sich öffnenden Adventskalendertüren. Das wird Euphelia in diesem Jahr wohl nicht schaffen, doch so manch eine Tür wird sie aufschließen für Neugierige und Interessierte.   

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 9. Oktober

Euphelia hat auf diesen Tag voller Ungeduld gewartet. Eine ganze Weile schon wechseln sich bei Conny Explosion und Implosion der Ideen und Visionen für den Winter und das kommende Jahr ab. Manchmal wird sie durch den Tag getragen von Courage und Motivation, an anderen Tagen lasten die Selbstzweifel und Ängste vor der unsicheren Zukunft schwer auf ihren Schultern. Doch an diesem Morgen stand sie am Fenster ihres Frauenzimmers, bewunderte einen wundervollen, farbenfrohen Sonnenaufgang, gab sich einen Ruck, stampfte mit dem Fuß auf und rief der Tanne vor ihrem Fenster voller Inbrunst zu:

„Jo, wir machen das. 2023 – das Jahr wird verrückt, spannend, interessant, vielseitig, grandios, fröhlich, liebevoll, intensiv und wunderschön.

2023 – Das Jahr der Lebenslust

Ein Vierteljahrhundert voller Stolz und Dankbarkeit.“


Es gilt herauszufinden, was in den Jahren der vollen Veranstaltungskalender (diese gab es mehr als zehn Jahre) der Gutshotelfamilie selbst am meisten Spaß bereitet hat. Mit den Höhepunkten werden sie dem kommenden Jahr ihren ganz eigenen Stempel aufdrücken, in der Hoffnung, viele Gäste zu inspirieren, die Aufmerksamkeit auf ein tolerantes Miteinander zu lenken. Mit unterschiedlichsten Veranstaltungen möchten sie einen farbenfrohen Blumenstrauß in den Alltag bringen, voller Stolz auf Erreichtes und voller Dankbarkeit für das Gemeinsamsein, für die Treue, für die außergewöhnliche Hilfe, für das Vertrauen der Menschen, die die Insel Literaturien besuchen, lieben und zu ihrem Sehnsuchtsort auserkoren haben. Die Gutshotelfamilie wird wieder Risiken wagen, so, wie sie es immer getan hat. Sie wird große Ideen in die Welt setzen und neue Projekte in Angriff nehmen. Sie wird Rituale aufleben lassen. Vor allem aber wird sie sich sehr empathisch um die Wünsche und Sehnsüchte der Gäste hier auf der Insel Literaturien kümmern.
Doch zurück zum Vollmond von heute um 22.55 Uhr. Conny will die Kraft, die Inspiration dieses Mondes im Zeichen des Widders nutzen, um schon im letzten Quartal dieses Jahres den Probelauf zu starten. So viele Anrufer in den letzten Wochen hat sie vertröstet. Noch fehlte Klarheit, Sicherheit und Selbstbewußtsein. Welchen Weg sollen sie durch die Klippen nehmen, die sich mal wieder links und rechts des Fahrwassers auftürmen? Da sind die Kosten für den Wäschedienst plötzlich doppelt so hoch. Da explodieren die Getränkekosten parallel zu Öl und Strom und Butter. Dennoch sind jetzt die Würfel gefallen, ein Bild mit einer klaren Vision ist entstanden und wurde von Conny heute bei Vollmond am Lagerfeuer manifestiert. Bis zum 20. Dezember werden sie gemeinsam alle Gäste liebevoll wie immer verwöhnen. Der erste Advent ist bereits ausgebucht. Doch danach sind noch Zimmer frei. Das Bücherhotel wird strotzen vor lauter adventlicher Gemütlichkeit. Es wird dekoriert, als gäbe es kein Danach. Plätzchenrezepte wurden gesammelt, Brot will gebacken werden, Bratapfelduft zieht dann durchs Haus. Auch Weihnachtsfeiern aus der Region werden möglich sein. Individuelle Programme sind das Markenzeichen der Gutshotelfamilie. Dazu gehören die traditionellen Lagerfeuer, Laternewanderungen, literarische Hausführungen und liebevoll kreierte Weihnachtsmenüs. Das Weihnachtsfest selbst werden alle Mitarbeiter komplett zu Hause genießen. Sie haben es in den letzten beiden Jahren lieben gelernt und waren hier im ganzen Jahr ständig voller Verantwortung und Hingabe zur Stelle, wenn sie gebraucht wurden. Dafür sei jedem einzelnen von Herzen Dank gesagt. Ab 28. Dezember öffnet das Hotel wieder seine Türen. Es gibt keine klassische Silvesterfeier, sondern ein verspieltes, geselliges Miteinander. Wer mindestens drei Nächte bleiben möchte, ist herzlich willkommen, egal, wann er anreist. Spiele, Wanderungen, Küchenparty, MeckiEvent, Filmstunden, Tischtennis, Boccia, Eulenhausen, Schlammbowle und Lagerfeuer um Mitternacht mit Sekt und Pfannkuchen sind Garantien für gemütliche Geselligkeit und einen märchenhaften Start in das neue besondere Jahr. Der Januar ist bereits sooo gut vorgedacht. Euphelia wartet nur auf ein Zeichen, dann läßt sie ihrer Tinte freien Lauf. Schon jetzt sucht sie in allen Archiven Fotos aus den letzten Monaten 1998. Wer war zu der Zeit schon mal hier und kann welche beisteuern? Auch Erinnerungen aus genau dieser Zeit braucht Euphelia.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 28. September

Euphelia fühlt sich wie auf dem Tennisplatz. Conny sprintet schon die ganze Zeit hin und her. Frühstücksdienst im Salon, Telefon, Rezeption. Da kommt richtig Wind auf, wenn sie durch “ Zwischen den Zeilen“ fegt. Auf dem Buffet hat Euphelia Äpfel, Pflaumen, frischen Obstsalat entdeckt. Olis Mama Silke hat jetzt Erntehoch und verwandelt hier das Kühlhaus in einen Wochenmarkt. Danke, liebe Silke, für diese Wahnsinnsarbeit. Kürbis aller Art, Äpfel, Pflaumen, Weintrauben, schwarze und rote Tomaten, Champignons und und und freuen sich auf die weitere Verarbeitung.

Da unser Ingo in den letzten zwei Wochen unbedingt bei 30 Grad im Schatten Palmen zählen wollte, was wir ihm sehr gegönnt haben, blieb dieser regionale Frischekick auf Bines Schultern liegen. Wir konnten unterstützen, doch Bine und Doris haben diese Zeit zu zweit in der Küche bei gut gefülltem Hotel mega heldenhaft absolviert. Conny ist total begeistert, die Gäste noch viel mehr. Zur selben Zeit hütet Pia ihr Bett, bevor es ihr jemand wegnimmt. Gute Besserung, liebe Pia. Da waren es schon wieder nur noch sieben. Doch das führt noch einmal mehr dazu, daß zwischen diese Gutshotelfamilie kein Blatt Papier paßt, so fest halten sie zusammen. Heute durfte Conny eine sehr außergewöhnliche Funktion übernehmen. Für die Gruppe vom Rocky Hill war sie Wanderführerin.

Da sie ja extra mit dem Fahrrad die Strecke erkundet hatte, kannte sie wenigstens den Weg. Aber zu Fuß ist ja nochmal eine andere Nummer. Alle kamen jedoch glücklich, erschöpft und zufrieden wieder an. Sogar ihr kindliches Gemüt konnte sie unterwegs ganz locker weitergeben. Danke an die Rockys für das Vertrauen.

Natürlich durfte Torsten wieder den Shuttle fahren. Diesbezüglich möchte Euphelia ganz heimlich ausplaudern. Pssst, die beiden haben sich heute vor 19 Jahren erstmals wiedergetroffen, nachdem sie sich davor 20 Jahre nicht gesehen hatten. Beide möchten keinen einzigen Tag dieser 19 Jahre missen.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 24. September

Euphelia ist heute ein wenig in sich gekehrt. Nun ist er auch wirklich spürbar da – der Herbst. Draußen sitzen mehr als 30 Gäste im Park. Lichterketten auf den Tischen beleuchten die Teller. Torsten genießt seinen Job hinter dem Grill. Von Abgrillen will er noch gar nichts wissen. Der Mecki hat heute schon fleißig Brot und Kuchen gebacken, obwohl die kühleren Temperaturen völlig neue Herausforderungen an Edoard stellten. Doch mit Pfiffigkeit gingen alle Brote ganz wunderbar ihrer Wege.

Auch Teige in Gärkörben fühlen sich warm und mollig am Tresen.

Eine herrliche Stimmung im Park läßt den Spätsommer leichter verabschieden. Habt ihr alle in diesem September Tucholsky gelesen? „Die fünfte Jahreszeit“. Wenn nicht? Bitte noch lesen, auch wenn gestern schon Herbstanfang war. Gehört zum spätsommerlichen Ritual. Euphelia freut sich so sehr, daß Conny vorgestern endlich wieder auf ihr knallrotes Fahrrad gestiegen ist. Ihre Rosinante strahlte vor Glück.

Conny trat in die Pedale, und das Grinsen im Gesicht hielt 35km lang. Als wenn sie ihre Umgebung das erste Mal sah, so sehr begeisterte sie die Schönheit ihrer Strecke.

Da sie erst am frühen Nachmittag startete, durfte Torsten schon bei Abfahrt darauf hoffen, sie irgendwann wieder einzusammeln.

Wenn Conny auf dem Fahrrad sitzt, feiert sie das Leben. Alles loslassen, die Natur genießen und immer wieder überrascht werden von neuen Blicken und Aussichten. Es ist sooo wichtig, sich der Freude am Leben nicht berauben zu lassen. Tagtäglich bekommt man Nachrichten an die Ohren und auf die Augen, die oft wie ein Tritt in die Kniekehlen wirken. Conny weiß, daß sie ihre Insel Literaturien nicht davor bewahren kann. Es gibt keine Zugbrücke, die sie hochziehen darf. Doch sie möchte den Menschen um sie herum voller Frohmut ein Gefühl geben, sich einfach fallenzulassen, tief zu atmen und sich ein paar Stunden oder Tage locker, leicht und gesellig zu fühlen. Schon seit geraumer Zeit denken Gäste darüber nach, wie wohl das Jubiläum der 25 Jahre Gutshotel Groß Breesen im nächsten Jahr gefeiert wird und wann. Eigentlich wollten Conny und Torsten das so übergehen, wie ihre 60 Jahre. Doch sie kommen aus der Nummer scheinbar nicht raus, und Euphelia hofft so sehr, endlich mal wieder so richtig Stoff zu bekommen. Auch die Gutshotelfamilie ist der Meinung, da sollten es alle mal wieder so richtig krachen lassen. Viel wurde schon besprochen, manches angerissen, einiges nun beschlossen. Es wird keine Silberhochzeitsfeier geben, sondern es wird ein Jahr voller fröhlicher, traditioneller, kleiner, feiner gemeinsamer Erlebnisse. Das Groß Breesener Jahresmotto wird hiermit erstmals bekannt gegeben.

2023 – Das Groß Breesener Jahr der Lebenslust

Ein Vierteljahrhundert voller Stolz und Dankbarkeit.

Conny spürt Gänsehaut am ganzen Körper, denn es wird nach langer Enthaltsamkeit erneut einen Veranstaltungskalender für das Bücherhotel geben. Es ist total aufregend für sie, und manchmal rollen einfach die Tränen vor Rührung und vor Respekt dem Team gegenüber, welches dann ja die Ideen mit umsetzen muß. Doch die ganze Gutshotelfamilie steht geschlossen und voller Kreativität hinter dem Motto und den neuen Veranstaltungen. Euphelia darf über alle Vorhaben weiterhin berichten. Sie liebt ihren Platz „Zwischen den Zeilen“, denn dort bekommt sie in Echtzeit alle Neuigkeiten mit. Das einzige, was sie dann noch braucht, ist eine Hand, die sie führt. Doch diesbezüglich wird sie immer einfallsreicher. Also. Es bleibt spannend. Schaut auf die Homepage des Gutshotels, dort werden in den nächsten Tagen die ersten kleinen Ergebnisse des Nachdenkens zu sehen sein. Nein, nein, ruft Euphelia, ich bin die Erste, die Überraschungen und Höhepunkte vermittelt. In diesem Sinne wünscht sie euch einen zauberhaften Start in einen gemütlichen Herbst.

Psst – dahinter leben die Lesewesen

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Eintrag in das Buddelbuch -Euphelia am 6. September

Euphelia ist allmählich echt erstaunt. Sie kann sich nicht erinnern, daß Conny in den letzten Jahren sooo viel durch den Wald spaziert ist. Jeden Tag schnürt diese ihre Schuhe und dann los, mal eine Stunde, mal mehr. Einerseits hat sie natürlich gerade die Zeit, denn seit letztem Dienstag ist sie zwischen zwei roten Strichen der Testskala gefangen. Sie wandert also gegenan. Gegen ihren Frust, gegen die Müdigkeit, gegen das Gedankenkarussell.

Wie oft Maxi ihr schon das Wort Geduld geschrieben hat. Für Conny ist es ein Unwort. Die ersten Tage wollte sie eigentlich nur schlafen. Doch gleichzeitig hielt sie die Unruhe am Telefon. Wieder einmal war es eine Totalbremsung nach turbulenten Wochen. Außerdem gingen sich ja nun Torsten und Conny auch noch aus dem Weg. Generalstabsmäßig testeten sich alle Mitarbeiter täglich, wurden alle anreisenden Gäste informiert, wurde der Dienstplan ( nun nur noch 8) geändert, schaltete Maxi auf Dauermodus. Conny nervte mit solchen Fragen, wie: Helfe ich überhaupt genug? Aber ein bißchen hilft das doch, oder? Das ist, wie wenn der Friseur ständig fragt, ob das Wasser auch warm genug ist, obwohl die Kopfhaut schon abfackelt. Donnerstag kam am Vormittag Torsten mit seinem legendären Rucksack über der Schulter außerhalb seiner vereinbarten Zeit in die Wohnung. Conny hechtete sich in eine Ecke. „Vorsicht! Ich bin doch noch da!“ Mit einem Lächeln und doch nicht wirklich erfreut, antwortete Torsten: „Ich darf jetzt zu Dir.“ Maxi kommentierte kurz und knapp: „Das war ja auch nicht mit anzusehen, wie ihr leidet, wenn ihr nicht zusammen seid.“ Die ersten Stunden saßen beide mit viel Abstand im Sessel und schwiegen und warteten darauf, daß alles vorbei ist. Funktionierte nicht. Dann fragte sie unten wieder an, ob sie was helfen kann. Das Kopfschütteln hörte sie bis oben. Dann kam das Fieber und Conny schlief endlich, und schlief. Und seit dem Erwachen wandert sie, und wandert, dreht der Schlappheit eine lange Nase, naja, eine kurze.

Die Gutshotelfamilie, nun nur noch 7, zeigt derweil einmal mehr, welche geballte Kraft in diesem wundervollen Team steckt. Conny würde ihnen das gern in Dauerschleife mitteilen, aber nervt bestimmt. Da sie also an den täglichen Schrauben des Hotellebens gerade nicht mitdrehen kann und damit sie nicht noch weiter in ein schwarzes Loch strudelt, fordert Euphelia eindringlich: Kümmere dich um das nächste Jahr! In der Tat waren dies früher die Wochen, da Conny stundenlang und die Nächte hindurch an den neuen Veranstaltungen, an den Zitaten und Texten bastelte. So eingesperrt zwischen zwei roten Teststrichen schmeckt allerdings weder der Champagner, noch läßt es sich leichtfüßig auf dem Tisch tanzen. Wenn die Ideen also nicht sprudeln, dann muß es doch einen Wanderweg geben, auf dem die Feen und Elfen Conny mal so richtig liebevoll in den Nacken zwicken. Euphelia erinnert sie an den Peter Pan Baum.

Und so fuhr Conny nach Kuchelmiß, wo vor vielen Jahren 60 Silvestergäste anreisten, um mit einem Feenlicht am Peter Pan Baum Elfengeschichten zu hören und Wünsche in den Himmel zu schicken. Mehrere Stunden wanderte Conny durch das Nebeldurchbruchstal, verweilte an wunderschönen Plätzen und war wohl heute die einzige mit dieser Idee.

Der Wald gehörte ihr allein. Euphelia ist von ihrer eigenen Idee ganz begeistert, denn sie durfte schreiben, Conny hat gelächelt und der Glanz in ihren Augen ist pure Freude über gefüllte Seiten in ihrem Notizbuch. Da sprudelte wohl nicht nur der Fluß.