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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 15. Juni

Euphelia ist gerührt, erstaunt, begeistert. Nun kehrt bereits am zweiten Abend der neuen Zeitrechnung Ruhe ein im Park und im Haus. Was für ein Tag – DER Schlüsseltag gestern. Mit 23 Gästen startete die Gutshotelfamilie in die neue Zeit. Zauberhafte Helfer hatten am Wochenende bereits Hand angelegt, damit auch die restlichen Arbeiten in der BuchBar, im Park und in Eulenhausen fertig wurden. Da wurde die rustikale Sitzgruppe an der Buchenhecke komplett geschliffen, neu zusammen gebaut und gestrichen. In der Buchbar wurden die letzten Waren eingeräumt und Preisschilder kreativ entworfen. In Eulenhausen ist die Telefonzelle nun komplettiert mit Bücherregal und Münzfernsprecher für Selbstgespräche. Heu wurde im Park geharkt und die uralte Sense im Takt zum Freischneider geschwungen. Noch am Vormittag des Schlüsseltages war Conny im Park unterwegs.

Euphelia schüttelte das ganze Federkleid. Wie will die denn wohl um 14 Uhr die Tür aufschließen. Schade, daß Conny anschließend wirklich lange duschen mußte, um wieder ein nichtniesender Mensch zu sein. So verpaßte sie die Möllis, die mit einem ganzen Schloß ihre Aufwartung machten.

Blumen wurden per Floristen geschickt und sooo viele beste Wünsche und liebe Grüße erreichten Conny und die Gutshotelfamilie per Mail und WhatsApp. Ein wahnsinniges Gefühl von Verbundenheit überkam Conny und immer wieder endete es in einer Flut von Tränen. So langsam, ganz langsam kommt die Gewißheit an. Sie haben es wirklich überstanden. Wenn Liane zu Conny kommt und mit einem Zwinkern gestern flüstert: „Ich bringe jetzt die ersten Teller raus!“ Wenn Maxi von draußen kommt: “ Du, da sitzen Menschen im Park. Es wird gelacht.“ Wenn Engelchen sich freut: „Conny, ich kann es noch, sie haben mein Frühstück gelobt.“ Euphelia kommt aus diesem Lächeln gar nicht mehr raus. Das ist also der Stoff, der gute Laune macht. Vielleicht sind es noch einige Tage, mehr bestimmt nicht, dann hat sie alle der Alltag wieder eingeholt. Doch, eines ist ganz sicher: Dieses große Gefühl von Stolz, von Vertrauen, von Liebe zu diesem Ort wird sie tragen. Unvergesslich. Unumstößlich. Und an diesem großen Gefühl dürfen alle Gäste teilhaben. Dies ist eine Begründung dafür, was diesen Ort, diesen Urlaub so magisch macht, was ihn zur Sehnsucht wachsen läßt, wenn man ihn zwischendurch verläßt. Die meisten kommen wieder. Einige, so wie Conny, Torsten und Maxi und ihre Gutshotelfamilie bleiben und passen auf und werden weiter Geschichte schreiben, gemeinsam mit ihren Gästen hinter geöffneten Türen.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 13. Juni

Euphelia muß nur noch einmal schlafen. Dann wird sie von ihrem Schreibtisch aus den Blick direkt auf die Tür heften und ….

Wenn diese Stühle morgen gegen Mittag ordentlich an ihrem Platz stehen, werden diese Tische dekoriert sein, die Tür aufgeschlossen sein und nach und nach Menschen hinein kommen. Die Menschen (sie nennen sich Hotelgäste) werden fröhlich und glücklich lachen. Conny wird fröhlich und glücklich weinen. Es ist soweit.

Heute war der Feinschliff draußen angesagt und Torsten in seinem Element. Möbel raus aus dem Winterlager. Wie von Zauberhand verändert sich der Blick in den Park innerhalb kürzester Zeit. Alle Eingänge wurden überprüft, CHECK!

Für Biene blieb heute die letzte große Aufgabe, den Matti zu putzen. Matti – das ist unser MitArbeiterTratschTempel-i.

Wenn Biene anpackt, dann geht es auch richtig zur Sache. Als sie ihren Plan für heute erfuhr, kam nach einem winzigen Überlegen: in Ordnung, ich brauche Schraubenzieher, Schrubber und Teppichklopfer. Und zack, da war die Bude auch schon leer. Manchmal bewundert Conny die Schnelligkeit, mit der Biene den Schalter umlegen kann. Biene, heute nicht backen, heute kochen, Koch ist krank. Wieviel Zeit habe ich? Wieviele Gäste? Ärmel hochkrempeln, einen Augenaufschlag lang überlegen, Blick ins Kühlhaus – na gut, dann laßt uns diese Party feiern. Ja, feiern, feiern kann Biene auch. Da bleibt kein Auge trocken und niemand braucht ein Hörgerät. Und auch sonst sagt sie an, wann immer ihr etwas nicht paßt. Direkt. Manchmal gewöhnungsbedürftig. Doch meist lernen sie hier bei solchen Gesprächen beidseitig voneinander. Das macht dieses besondere kreative Klima aus. Die Buchtorte – fast jeder kennt sie – ist Bienes Kreation. Eigentlich muß bei Bienes Temperament alles unkaputtbar sein. Doch wenn sie auf ihren Torten dekoriert, dann werden die Zuckerperlen zahm. Dann läßt sie selbst nur Perfektion durch die Gütekontrolle. Seit mehr als 16 Jahren bäckt, kocht, putzt und lacht Biene nun schon hier in der Gutshotelfamilie. Viele Köche hat sie kommen und gehen sehen. Köche sind Wandervögel, sagt Biene. Was sie hier hält sooo lange? Biene überlegt kurz, dann antwortet sie ganz ausführlich norddeutsch: ist cool hier.

Ab morgen, freut sich Euphelia, werdet ihr sie alle in echt wieder erleben. Sie sind noch enger zusammen gewachsen, als jemals zuvor. Diese zehnköpfige Gutshotelfamilie freut sich riesig auf diesen Sommer. Sie gestalten ihn wie im letzten Jahr klein und fein, mit voller Hingabe und Leidenschaft. Heute Abend wurde frischer, feinster, köstlicher Rhabarber von Silke aus Rostock gebracht. Dazu bekam Conny drei Tomatenpflanzen. Sie tauschte dagegen drei Kürbispflanzen. Das Leben kann so einfach, schön und unkompliziert sein. Morgen gibt es Rhabarberkuchen. Morgen, wenn die Tür offen ist und viele Fenster im Haus ebenfalls, wenn Stimmen zu hören sein werden, Bücher durchs Haus getragen werden, Aperol geschlürft wird. Morgen.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 12. Juni

Euphelia hat sie jubeln gehört. Nächster CHECK: Salon!!!! Fertig. Vom Bücherhaus (Haus 1) oben bis unten, quer durch das gesamte Gutshaus haben Sie sich durchgeschrubbt, durchgewedelt, durchgesaugt. Zuerst alle gemeinsam und nun in den letzten Tagen immer mehr jeder an seinem Platz. Was am Anfang wie ein großes Puzzle erschien, ist nun ein fertiges gerahmtes Bild. Die Gutshotelfamilie duzt ihr Haus wieder. Mit jeder Ecke wurde neu Bekanntschaft geschlossen. Die Räume bedanken sich mit Blüte, Glanz und einem Duft von Harmonie.

Alle hier sind sich einig, daß die Gäste diese Stimmung als Willkommensgruß spüren werden. Kerstin wirkte ein wenig bedrückt heute. „Ach, Conny, nun ist alles im Haus so schön, aber unsere ganzen versteckten Ecken und Inseln im Park haben wir nicht mehr gemacht!“ Das stimmt. Conny lächelt dennoch, denn lieber frisches Gras bis zum Bauch, als verbrannte Steppe. Es ist ein Summen um sie herum, welches viel wertvoller erscheint, als gemähte gerade Fläche. Wege bis zum Ausguck, zur Achtsamkeitsbank, zur Schaukel sind fröhlich geschwungen angelegt. Der Wildheit hat dies nicht geschadet. Kerstin, die Frau mit dem grünen Daumen, würde so gern die Schönheiten freilegen, den Schätzen genügend Platz zum Bewundern geben. Doch das Wohl ihrer Zimmer und der Räume zum Lesen und Lustwandeln ist ihr noch viel wichtiger.

Jetzt freut sie sich am meisten darauf, daß diese Zimmer endlich von Menschen bewohnt werden. Dann gibt es auch wieder das kleine Geplauder auf dem Flur, das direkte Danke mit liebevollen Worten, Anerkennung. Euphelia weiß aus vielen Erzählungen, daß es nicht selbstverständlich ist, daß denjenigen, die für Reinigung zuständig sind, solch große und warmherzige Aufmerksamkeit gilt. Doch hier lebt man auf Augenhöhe miteinander. Natürlich wird auch geflucht, gestöhnt, gezetert und gestritten. Doch Kerstin meint, wichtig ist, daß jeder vom anderen weiß, daß man mitten in der Nacht anrufen kann und ohne zu zögern Hilfe bekommt oder selbst zur Stelle ist. Sie hat hier ihre zweite Familie gefunden und wundervolle Freunde in den Reihen der Gäste. Auch wenn Cornwall noch eines ihrer Traumziele ist, so sind der Gutspark und Eulenhausen dennoch klare Favoriten. Wenn Kerstin ein Lebensmittel sein würde, so wäre sie eine Paprika, antwortet sie auf Connys Frage. Bunt, farbenfroh, Würze gebend, fröhlich, ein bemerkenswertes Teil vom Ganzen.

Ja, das Ganze ist hier wahrhaft nicht klein, sondern täglich eine Herausforderung. Euphelia kann es beobachten: diese große Aufgabe wird nur gelöst mit viel Liebe, Zusammenhalt, einer unumstößlichen Vision und vor allem mit Hilfe zauberhafter, einmaliger, großartiger Freunde dieses Hauses. DANKE!

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 11. Juni

Euphelia flattert nun von Tisch zu Tisch, flieht vor dem Staubwedel. Das große Putzen ist in der Abschlußrunde angekommen. Das Foyer am Eingang glänzt bereits und das Wohnzimmer wird gerade so gründlich gesäubert, daß sämtliche Spinnen und Wollmäuse von alleine die Flucht antreten.

Für Sonnabend werden sie nur noch den Salon übrig haben und die Details draußen an den Eingängen. Engelchens Frühstücksbuffet ist eingerichtet. So oft hat sie sich selbst überzeugt, ob auch wirklich nichts fehlt. Lianes Kaffeemaschine ist auf einem Auge schon aus dem Dornröschenschlaf erwacht, das andere Auge macht noch ein Nickerchen. Ingos Herdplatten funktionieren, das ist doch schon mal was. Maxi blüht förmlich auf.

Technikfragen auf allen Gebieten. Systeme, die seit drei Monaten gefordert werden, sind bis jetzt nicht zertifiziert. Zwischenlösung. Telefonanlage paßt nicht zum neuesten Update. Zwischenlösung. Neue steuerliche Angaben auf den Rechnungen passen nicht zur vorgegebenen Formatierung. Zwischenlösung. Der Wahnsinn des neuen Alltags hat also ohne Übergang Maxis Schreibtisch überrollt. Vor wenigen Tagen war das Büro noch komplett leer, lag sozusagen dem Maler zu Füßen.

Jetzt biegt sich die Tischplatte fast vor lauter Papier. Doch genau so ist Maxi in ihrem Element. Listen. Maxi liebt Listen und Fakten, die man erledigen und abhaken kann. Manchmal ist der Platz auf dem Schreibtisch zu eng, dann muß sie einfach mal den Blickwinkel ändern.

Schon seit Jahren hat sie sich entschieden, hier im Hotel zu bleiben. Irgendwie hat dieser Ort sie wahrhaft verzaubert. Am meisten liebt sie die Vielfalt an ihrer Arbeit. Und das liegt nicht nur an den wechselnden Plänen von Conny, sondern in der Natur dieses Hauses, und es liegt an der Art des Umgangs miteinander. Jeder trägt Verantwortung, jeder kann hier seine Kreativität entfalten. Da bieten der Verein Eulenhausen, die Buchbar, das Hotel mit all seinen Facetten, das Restaurant im Gewölbe und der Park enorm viele Betätigungsfelder. Natürlich weiß Conny, daß Maxi gern noch einmal nach Schottland reisen würde und unbedingt nach New York. Doch auf die Frage, wie sie ihr Boot nennen würde, hätte sie eines, antwortet Maxi ohne zu zögern: Mecklenburg. Sie kann manchmal sehr hart und direkt sein, weiß oft sehr genau, was sie will und wie das geht, doch geht es um ihr Stück Heimat, um ihr Zuhause, um ihre Gäste, dann kommt ein sehr liebevoller und stolzer und weicher Schimmer in ihren Blick. Dann könnte sie diese ganze Insel hier umarmen. Abends steht sie häufig im Park mit dem Blick auf den Sonnenuntergang und staunt über die Schönheit und Anmut dieses Ortes. Doch am meisten freut es sie, endlich wieder diesen Zauber mit den Gästen und der Gutshotelfamilie teilen zu dürfen. Allein freut es sich so schwer, sondern die Begegnungen, das Lachen miteinander machen diesen Ort magisch und lebenswert.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 7. Juni

Euphelia schaut Conny so ganz unbemerkt von der Seite an. Die Stirnfalte, da ist sie wieder. Als sie sich vorhin seufzend im Sessel zurück lehnte, hörte Euphelia sie zu Maxi sagen: „Noch sieben Mal schlafen. Heute in einer Woche um diese Zeit ist der Schlüsseltag schon Geschichte.“ Der Countdown läuft mit Riesenschritten. Natürlich sind sie alle aufgeregt, doch jetzt, wenn man sagen kann, nächsten Montag, jetzt steht die Vorfreude plötzlich ganz vorn in der Reihe. Die Eingangstreppe wird sicher noch dreimal gewischt bis dahin, doch auch im Haus sind nun fast alle Arbeiten erledigt. Der Maler hat sich heute verabschiedet. Alles läuft nach Plan. Nach Plan. Conny muß lächeln. Denn bei ihr läuft immer alles nach Plan, wenn er manchmal auch zweimal täglich geändert wird. Eine Herausforderung für die Truppe um sie herum. Doch Pia zum Beispiel kommt damit gut zurecht. Naja, dann machen wir es jetzt erst mal so und schauen dann später, ob alles so bleibt.

Gemacht werden muß es ja sowieso. Genau, denkt Conny, so einfach ist das. Pia ist die kleinste Maus in der Runde, doch wenn es um ihre Zimmer geht, dann paßt sie gerade so durch die Tür. Da kann sie sich ganz groß vor Torsten aufbauen, ihn von ganz unten anschauen und sehr fordernd ihre Wünsche vorbringen. Sätze, die mit den Worten beginnen: „Wenn ich als Gast dieses Zimmer betrete,…“ kennen keinen Widerspruch, sondern einen Notizzettel mit Ausrufezeichen. Pia liebt diese Freiheit in ihrem Job, selbst entscheiden zu dürfen, mit welchen Raffinessen sie ihre Gäste verwöhnen darf. Oft weiß sie bereits, wenn sie den Namen liest, welches Kopfkissen oder welche zusätzliche Decke zu holen ist. Pia redet mit ihren Zimmern und die Gäste spüren dieses liebevolle Vorbereiten am Wohlfühlklima.

Wo der große Kaffeebecher steht, der scheinbar eine eingebaute Nachfüllpatrone im Inneren versteckt hat, da ist Pia ganz in der Nähe. Wenn es ihre Zeit zulässt, kommt sie gern besonders schön gekleidet zur Arbeit. Dann erscheint diese zierliche Frau wie eine kleine schüchterne Prinzessin und Conny lächelt und knuddelt sie. Für Pia waren diese letzten Monate ein wahrer Meilenstein in ihrem Leben. Sie zog mit ihrer Familie aus einer Mietwohnung in ein eigenes kleines Häuschen. Wieder ein Stück mehr Freiheit, ein Wert, der ihr so wichtig ist. Conny wundert es deshalb gar nicht, daß Pia gern mit dem Wohnmobil quer durch Norwegen reisen möchte. Doch zunächst genießt sie hier in Groß Breesen den wilden Park und bald das lächelnde Danke der Gäste und schöne Gespräche zwischen Tür und Tür.

Die Tage bis dahin gehören nun dem Feinschliff. Außerdem braucht der Rasen noch einen neuen Schnitt, das ist schon sehr viel mehr, als nur Feinschliff. Conny wollte ihn nicht in der trockenen Hitze kürzen. Doch nun verschwindet sie schon fast darin. Ihr rotes Kopftuch leuchtet zum Glück. Findet ihr sie auf diesem Suchbild?

Sie liebt diese Wildheit in ihrem Park.