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Eintrag in das Buddelbuch -Euphelia am 6. September

Euphelia ist allmählich echt erstaunt. Sie kann sich nicht erinnern, daß Conny in den letzten Jahren sooo viel durch den Wald spaziert ist. Jeden Tag schnürt diese ihre Schuhe und dann los, mal eine Stunde, mal mehr. Einerseits hat sie natürlich gerade die Zeit, denn seit letztem Dienstag ist sie zwischen zwei roten Strichen der Testskala gefangen. Sie wandert also gegenan. Gegen ihren Frust, gegen die Müdigkeit, gegen das Gedankenkarussell.

Wie oft Maxi ihr schon das Wort Geduld geschrieben hat. Für Conny ist es ein Unwort. Die ersten Tage wollte sie eigentlich nur schlafen. Doch gleichzeitig hielt sie die Unruhe am Telefon. Wieder einmal war es eine Totalbremsung nach turbulenten Wochen. Außerdem gingen sich ja nun Torsten und Conny auch noch aus dem Weg. Generalstabsmäßig testeten sich alle Mitarbeiter täglich, wurden alle anreisenden Gäste informiert, wurde der Dienstplan ( nun nur noch 8) geändert, schaltete Maxi auf Dauermodus. Conny nervte mit solchen Fragen, wie: Helfe ich überhaupt genug? Aber ein bißchen hilft das doch, oder? Das ist, wie wenn der Friseur ständig fragt, ob das Wasser auch warm genug ist, obwohl die Kopfhaut schon abfackelt. Donnerstag kam am Vormittag Torsten mit seinem legendären Rucksack über der Schulter außerhalb seiner vereinbarten Zeit in die Wohnung. Conny hechtete sich in eine Ecke. „Vorsicht! Ich bin doch noch da!“ Mit einem Lächeln und doch nicht wirklich erfreut, antwortete Torsten: „Ich darf jetzt zu Dir.“ Maxi kommentierte kurz und knapp: „Das war ja auch nicht mit anzusehen, wie ihr leidet, wenn ihr nicht zusammen seid.“ Die ersten Stunden saßen beide mit viel Abstand im Sessel und schwiegen und warteten darauf, daß alles vorbei ist. Funktionierte nicht. Dann fragte sie unten wieder an, ob sie was helfen kann. Das Kopfschütteln hörte sie bis oben. Dann kam das Fieber und Conny schlief endlich, und schlief. Und seit dem Erwachen wandert sie, und wandert, dreht der Schlappheit eine lange Nase, naja, eine kurze.

Die Gutshotelfamilie, nun nur noch 7, zeigt derweil einmal mehr, welche geballte Kraft in diesem wundervollen Team steckt. Conny würde ihnen das gern in Dauerschleife mitteilen, aber nervt bestimmt. Da sie also an den täglichen Schrauben des Hotellebens gerade nicht mitdrehen kann und damit sie nicht noch weiter in ein schwarzes Loch strudelt, fordert Euphelia eindringlich: Kümmere dich um das nächste Jahr! In der Tat waren dies früher die Wochen, da Conny stundenlang und die Nächte hindurch an den neuen Veranstaltungen, an den Zitaten und Texten bastelte. So eingesperrt zwischen zwei roten Teststrichen schmeckt allerdings weder der Champagner, noch läßt es sich leichtfüßig auf dem Tisch tanzen. Wenn die Ideen also nicht sprudeln, dann muß es doch einen Wanderweg geben, auf dem die Feen und Elfen Conny mal so richtig liebevoll in den Nacken zwicken. Euphelia erinnert sie an den Peter Pan Baum.

Und so fuhr Conny nach Kuchelmiß, wo vor vielen Jahren 60 Silvestergäste anreisten, um mit einem Feenlicht am Peter Pan Baum Elfengeschichten zu hören und Wünsche in den Himmel zu schicken. Mehrere Stunden wanderte Conny durch das Nebeldurchbruchstal, verweilte an wunderschönen Plätzen und war wohl heute die einzige mit dieser Idee.

Der Wald gehörte ihr allein. Euphelia ist von ihrer eigenen Idee ganz begeistert, denn sie durfte schreiben, Conny hat gelächelt und der Glanz in ihren Augen ist pure Freude über gefüllte Seiten in ihrem Notizbuch. Da sprudelte wohl nicht nur der Fluß.

3 Antworten auf „Eintrag in das Buddelbuch -Euphelia am 6. September“

Ich bin sehr froh, das Euphelia das Tintenfass und Conny’s Kopf und Hand gefunden hat! So wird alles leichter und geht schneller vorbei. Es sind ja noch 7 die das Haus mit Leben füllen! Alles Gute von Bernd

Hallo Conny, es ist herrlich, hier lesen zu dürfen. Auch wenn es dir momentan nicht so gut geht, wir wünschen dir schnelle Besserung, ich bin begeistert, was ihr wieder auf die Beine gestellt habt. Wir denken oft an die schöne Zeit im Bücherhotel. Alles Gute für dich und dein Team wünschen Günter und Gudrun

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