Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 1. Dezember

Euphelia freut sich so sehr. Sie denkt gerade an die Puppenstube bei Renate und Bernd und horcht, ob sie vielleicht ein paar Melodien auf dem Klavier bei Andrea erlauschen kann.  

Conny kam heute am Tag des ersten Türchens mit Torsten und Maxi in den großen Genuß, daß ihr gleich zwei Türen geöffnet wurden – erst bei ihren Eltern und dann bei Töchterchen Stefanie. Ein sehr kurzer und liebevoller Besuch in der Heimatstadt Stralsund mit einem Bummel am Hafen, das mußte sein.

Noch häufiger als sonst in dieser Zeit werden Erinnerungen ausgetauscht. Gerade während der Zeit, als Connys Eltern in Groß Breesen weilten, aber eben auch mit den nun erwachsenen Kindern beginnt in Gesprächen so oft ein Satz mit „Weißt du noch…?“ Schon so eine kleine Fahrt in Stralsund von Tür zu Tür ist eine Tour durch Kindheitsjahre.

Euphelia versucht dann immer ganz genau die Federpuschelöhrchen zu spitzen, um ja kein Wort zu verpassen. Wer weiß, wann sie das alles einmal aufschreiben soll.

Am Wochenende stand sie mit Conny in einem Raum und konnte vor Staunen nicht einmal ihre Feder schütteln. Daß es eine solche Oase von Erinnerungen nach drei Monaten Schließung im Frühling noch gibt, damit hatte sie nicht gerechnet. Wer auch immer in diesem Raum putzen und räumen möchte – der sollte zunächst einen Plan entwerfen, wie man einen Fuß vor den anderen setzt. Conny erklärte ihr dann, daß hier in diesem Raum seit Eröffnung des Hotels alles landet, was sie nicht aus ihren Erinnerungen entlassen möchte. Jede Menge Videos, Bilder, Rahmen, Fotos, tatsächlich sogar Regale voller Bücher, dazu ein kleines Lager der BuchBar, Archive, Requisiten, Souvenirs aus aller Welt aus Connys Reisebürojahren. Euphelia bleibt die Aussage auf der Zunge liegen: Seit der Eröffnung des Hotels!!!! Das war 1998!!!!

1998, ein spannendes Jahr für Conny.

Ein Jahr zuvor, 1997, war bereits ein sehr spannendes Jahr für Conny. Und das Jahr davor war wirklich auch ein sehr spannendes Jahr für Conny. Euphelia hatte versucht, schnell das Füßchen über das Papier gleiten zu lassen. Doch vergeblich, die Erinnerungen waren bei dieser Aufzählung schon wieder ein paar Jahre rückwärts gelaufen. Scheinbar, so hatte Euphelia das Gefühl, begann Connys spannende Zeit mit ihrer eigenen Geburt. Außerdem scheint Conny spannende Zeiten wirklich zu lieben. Sie sind für sie irgendwie das Ladegerät für ihr persönliches Akku.

1998 – die Welt erinnert sich an die erstmalige deutsche Veröffentlichung von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ im Juli und an die Eröffnung des Gutshotel Groß Breesen im September.

Über dieses Jahr der Vollendung einer Baustelle, die 1992 begonnen hatte, könnte man eine lange Geschichte schreiben.

Euphelia hat die Idee, mit Conny gemeinsam die Fotos zu ordnen und dann die passenden Geschichten zu schreiben. Auch das könnte sehr spannend werden.

Doch zunächst wird Conny „Harry Potter“ zur Hand nehmen und den ersten Teil noch einmal lesen. Ein bißchen Hexerei und Zauberei ist gerade total angebracht und bringt eventuell sogar die Lösung für manch eine leere Schublade in Connys Denkkiste. Torsten läßt sich bestimmt eine neue tolle Variante Quidditch einfallen. Wenn wir uns alle hier wieder treffen dürfen, werden wir gut vorbereitet sein. Ach, Euphelia kichert vor sich hin, sie wird es kommentieren dürfen.

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