Eintrag in das BuddelBuch – Euphelia am 29. August

Euphelia spürt einen Hauch von Ruhe über ihrer Feder. Das ist keine Langeweile und erst recht keine Resignation. Euphelia hat das Gefühl, daß die Gutshotelfamilie einen eigenen Weg im Dickicht gefunden hat. Die ersten Wochen fehlte dieser innere Frieden, weil Conny so sehr versuchte,  die Welt zu ändern und ihren Vorstellungen anzupassen. Das war Anstrengung, innerer Kampf, ständiger Vergleich, auch Angst und Rückschau. Jetzt sind bereits beide Sommermonate vergangen. Das Leben spielte sich fast komplett draußen im Park ab. Es war heiß, der Hof recht verwildert, um der Trockenheit ein wenig zu trotzen und vielleicht auch, um den Rebellen in Conny experimentieren zu lassen. Doch immer mehr durfte der Alltag einfach so sein, wie er war. Conny ignorierte die kopfstehende Welt um sich herum wahrlich nicht, doch sie brauchte eine lange Phase, um sie anzunehmen. Annehmen bedeutete für sie, den Wecker zu hören, ihn abzustellen und aufzustehen. Sie hat wieder einmal gelernt, Hilfe anzunehmen – von den Mitarbeitern, von der Familie und von Gästen, die ihr die Brücken zeigten von ihrer Insel Literaturien zum Festland.

„Warum verbringen wir soviel Zeit damit, uns auf den Zeitpunkt vorzubereiten, zu dem wir tun können, was wir möchten, anstatt es einfach sofort zu tun?“ las Conny bei John Strelecky.

Hier gibt es diesen Ort, an dem wir uns fallen lassen können, an dem keiner eine Rolle spielen muß. Ein Ort, der wahrhaft ein bißchen anders ist – insulanisch. Immer mehr merkt Conny gerade, daß dies ja auch für sie selbst zutrifft. Sie wollte schon immer Brot backen. Nun gibt es Sauerteig Edoard und schon eine Vielzahl verschiedener Brote, die den Reifeprozeß von mehr als 24 Stunden mit einem zauberhaften Geschmack danken. Sie wollte schon immer mal mitten am Tag einfach sitzen und lesen. Man findet Conny im Park! Sie wollte schon immer mal Kleider tragen. Macht sie und ganz oft in bunt. Sie wollte schon immer mal lange Fahrrad fahren. Sie ist noch zu faul. Man findet das Fahrrad im Schuppen.

Die ersten Lesungen fanden statt und alle merkten miteinander, wie sehr die Gespräche im Anschluß doch gefehlt hatten, das Beieinander am Lagerfeuer, das gemeinsame Lachen. Ein toller Höhepunkt war unser Osterwochenende im August, unsere Osterkaffeetafel mit den Osterfrauen im Tintenfaß bei Eierlikör und köstlicher Eierschecke von Renate und Bernd.

Aus diesem Zusammensein mit Stammgästen (Stammis genannt) und ganz neuen Entdeckern unserer Insel  Literarturien unter ganz neuen Bedingungen entstehen gerade ganz neue Beziehungen, Ziele, Visionen. Weniger Menschen auf dem Hof heißt gerade so gar nicht Langeweile, sondern bedeutet Kühnheit, sich auf das eigene persönliche Wachstum zu fokussieren.

Es reicht nicht, die Liste zu erweitern mit der Überschrift: Was wolltest Du schon immer einmal tun?

Sondern Du mußt ins Tun kommen, Termine machen und diese mit Dir selbst einhalten.

Das ist schwer?

Na klar!

Na und?

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