Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 4. April

Kennt Ihr das?

Ihr habt Zeit. Ihr habt Bücher, wirklich viele Bücher. Der Stapel unter dem Bett hat tatsächlich noch eine gute Höhe. Dazu kommen die Werke, die man immer schon ein zweites Mal lesen wollte. Du sitzt vor den Stapeln und weißt nicht, welches zuerst.

Euphelia beobachtet Conny schon seit einer Weile bei diesem Gedankenspiel. Abwägend, den Kopf schief haltend, wieder verwerfend, entschieden zugreifend – aber nur fast – nein, das war es nicht. Oh, man kann es sich aber auch selbst schwer machen, denkt Euphelia. Seit Tagen hat Conny Lust, mal wieder die alten Russen nach ihren Lebensweisheiten zu befragen. Erzählungen und Romane von Tschechow, von Turgenjew, von Gorki und von Tolstoi sogar. Vielleicht noch einmal mit Anna durch die Salonwelt wandeln? Doch auch hier hat sie sich noch nicht entschieden. KopfüberZeiten brauchen besondere Lektüre.

Euphelia erstarrt. Da greift Conny doch echt zum zweiten Mal zu einem Buch, welches Maxi schon beim ersten Anschauen des Klappentextes im Februar strikt abgelehnt hat. Wie gesagt, KopfüberZeiten machen es möglich, mit einem Autor ein Experiment einzugehen. Eigentlich sollten es die alten Russen sein, nun ist Conny gelandet bei Vladimir Sorokin, geboren 1955, bedeutender zeitgenössischer Schriftsteller Rußlands, scharfer Kritiker der politischen Eliten Rußlands und verdammt experimentierfreudig.

„Manaraga – Tagebuch eines Meisterkochs“ – dieser Titel verführte Conny im Februar auf Hiddensee, dieses Buch zu lesen. Da sie Klappentexte erst am Schluß liest, fiel ihr nicht im Traum ein, was sich wohl dahinter verbirgt. Dann war sie nach den ersten paar Seiten nicht mehr in der Lage, dieses Lesen zu stoppen. UND: Immerhin geht es ja auch um die alten Russen in diesem Buch, eigentlich – ja, also eigentlich.

Charly las das Buch und gab die Anmerkung: Sehr ungewöhnliches Gedankenexperiment, welches er ganz sicher nicht vergessen kann. Maxi hatte uns beim Lesen beobachtet und entschieden, sie kann das nicht. Nein, sie macht das einfach nicht. Das geht gar nicht!!!!

Wahrhaft ein groteskes Romanfeuerwerk, das sicher polarisiert und über welches man die ganze Zeit den Kopf schütteln kann. Aber das fällt im Moment ja nicht wirklich auf, das machen wir doch sowieso den ganzen Tag. Und außerdem sieht es ja gerade keiner. Wir sind ja alle zu Hause.

Euphelia wünscht Euch ein wundervolles bibliophiles Wochenende und ist gespannt, was Ihr gerade lest oder schreibt oder ob Ihr Euch traut, nach MANARAGA zu reisen. Seid virtuell herzlich geknuddelt!

PS: Tausend Dank für die ersten Bestellungen in unserem Online-Shop „Die BuchBar“. Ihr seid wirklich wundervoll. Bitte erzählt es weiter! DANKE!!!!

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