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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 28. September

Euphelia fühlt sich wie auf dem Tennisplatz. Conny sprintet schon die ganze Zeit hin und her. Frühstücksdienst im Salon, Telefon, Rezeption. Da kommt richtig Wind auf, wenn sie durch “ Zwischen den Zeilen“ fegt. Auf dem Buffet hat Euphelia Äpfel, Pflaumen, frischen Obstsalat entdeckt. Olis Mama Silke hat jetzt Erntehoch und verwandelt hier das Kühlhaus in einen Wochenmarkt. Danke, liebe Silke, für diese Wahnsinnsarbeit. Kürbis aller Art, Äpfel, Pflaumen, Weintrauben, schwarze und rote Tomaten, Champignons und und und freuen sich auf die weitere Verarbeitung.

Da unser Ingo in den letzten zwei Wochen unbedingt bei 30 Grad im Schatten Palmen zählen wollte, was wir ihm sehr gegönnt haben, blieb dieser regionale Frischekick auf Bines Schultern liegen. Wir konnten unterstützen, doch Bine und Doris haben diese Zeit zu zweit in der Küche bei gut gefülltem Hotel mega heldenhaft absolviert. Conny ist total begeistert, die Gäste noch viel mehr. Zur selben Zeit hütet Pia ihr Bett, bevor es ihr jemand wegnimmt. Gute Besserung, liebe Pia. Da waren es schon wieder nur noch sieben. Doch das führt noch einmal mehr dazu, daß zwischen diese Gutshotelfamilie kein Blatt Papier paßt, so fest halten sie zusammen. Heute durfte Conny eine sehr außergewöhnliche Funktion übernehmen. Für die Gruppe vom Rocky Hill war sie Wanderführerin.

Da sie ja extra mit dem Fahrrad die Strecke erkundet hatte, kannte sie wenigstens den Weg. Aber zu Fuß ist ja nochmal eine andere Nummer. Alle kamen jedoch glücklich, erschöpft und zufrieden wieder an. Sogar ihr kindliches Gemüt konnte sie unterwegs ganz locker weitergeben. Danke an die Rockys für das Vertrauen.

Natürlich durfte Torsten wieder den Shuttle fahren. Diesbezüglich möchte Euphelia ganz heimlich ausplaudern. Pssst, die beiden haben sich heute vor 19 Jahren erstmals wiedergetroffen, nachdem sie sich davor 20 Jahre nicht gesehen hatten. Beide möchten keinen einzigen Tag dieser 19 Jahre missen.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 24. September

Euphelia ist heute ein wenig in sich gekehrt. Nun ist er auch wirklich spürbar da – der Herbst. Draußen sitzen mehr als 30 Gäste im Park. Lichterketten auf den Tischen beleuchten die Teller. Torsten genießt seinen Job hinter dem Grill. Von Abgrillen will er noch gar nichts wissen. Der Mecki hat heute schon fleißig Brot und Kuchen gebacken, obwohl die kühleren Temperaturen völlig neue Herausforderungen an Edoard stellten. Doch mit Pfiffigkeit gingen alle Brote ganz wunderbar ihrer Wege.

Auch Teige in Gärkörben fühlen sich warm und mollig am Tresen.

Eine herrliche Stimmung im Park läßt den Spätsommer leichter verabschieden. Habt ihr alle in diesem September Tucholsky gelesen? „Die fünfte Jahreszeit“. Wenn nicht? Bitte noch lesen, auch wenn gestern schon Herbstanfang war. Gehört zum spätsommerlichen Ritual. Euphelia freut sich so sehr, daß Conny vorgestern endlich wieder auf ihr knallrotes Fahrrad gestiegen ist. Ihre Rosinante strahlte vor Glück.

Conny trat in die Pedale, und das Grinsen im Gesicht hielt 35km lang. Als wenn sie ihre Umgebung das erste Mal sah, so sehr begeisterte sie die Schönheit ihrer Strecke.

Da sie erst am frühen Nachmittag startete, durfte Torsten schon bei Abfahrt darauf hoffen, sie irgendwann wieder einzusammeln.

Wenn Conny auf dem Fahrrad sitzt, feiert sie das Leben. Alles loslassen, die Natur genießen und immer wieder überrascht werden von neuen Blicken und Aussichten. Es ist sooo wichtig, sich der Freude am Leben nicht berauben zu lassen. Tagtäglich bekommt man Nachrichten an die Ohren und auf die Augen, die oft wie ein Tritt in die Kniekehlen wirken. Conny weiß, daß sie ihre Insel Literaturien nicht davor bewahren kann. Es gibt keine Zugbrücke, die sie hochziehen darf. Doch sie möchte den Menschen um sie herum voller Frohmut ein Gefühl geben, sich einfach fallenzulassen, tief zu atmen und sich ein paar Stunden oder Tage locker, leicht und gesellig zu fühlen. Schon seit geraumer Zeit denken Gäste darüber nach, wie wohl das Jubiläum der 25 Jahre Gutshotel Groß Breesen im nächsten Jahr gefeiert wird und wann. Eigentlich wollten Conny und Torsten das so übergehen, wie ihre 60 Jahre. Doch sie kommen aus der Nummer scheinbar nicht raus, und Euphelia hofft so sehr, endlich mal wieder so richtig Stoff zu bekommen. Auch die Gutshotelfamilie ist der Meinung, da sollten es alle mal wieder so richtig krachen lassen. Viel wurde schon besprochen, manches angerissen, einiges nun beschlossen. Es wird keine Silberhochzeitsfeier geben, sondern es wird ein Jahr voller fröhlicher, traditioneller, kleiner, feiner gemeinsamer Erlebnisse. Das Groß Breesener Jahresmotto wird hiermit erstmals bekannt gegeben.

2023 – Das Groß Breesener Jahr der Lebenslust

Ein Vierteljahrhundert voller Stolz und Dankbarkeit.

Conny spürt Gänsehaut am ganzen Körper, denn es wird nach langer Enthaltsamkeit erneut einen Veranstaltungskalender für das Bücherhotel geben. Es ist total aufregend für sie, und manchmal rollen einfach die Tränen vor Rührung und vor Respekt dem Team gegenüber, welches dann ja die Ideen mit umsetzen muß. Doch die ganze Gutshotelfamilie steht geschlossen und voller Kreativität hinter dem Motto und den neuen Veranstaltungen. Euphelia darf über alle Vorhaben weiterhin berichten. Sie liebt ihren Platz „Zwischen den Zeilen“, denn dort bekommt sie in Echtzeit alle Neuigkeiten mit. Das einzige, was sie dann noch braucht, ist eine Hand, die sie führt. Doch diesbezüglich wird sie immer einfallsreicher. Also. Es bleibt spannend. Schaut auf die Homepage des Gutshotels, dort werden in den nächsten Tagen die ersten kleinen Ergebnisse des Nachdenkens zu sehen sein. Nein, nein, ruft Euphelia, ich bin die Erste, die Überraschungen und Höhepunkte vermittelt. In diesem Sinne wünscht sie euch einen zauberhaften Start in einen gemütlichen Herbst.

Psst – dahinter leben die Lesewesen

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Eintrag in das Buddelbuch -Euphelia am 6. September

Euphelia ist allmählich echt erstaunt. Sie kann sich nicht erinnern, daß Conny in den letzten Jahren sooo viel durch den Wald spaziert ist. Jeden Tag schnürt diese ihre Schuhe und dann los, mal eine Stunde, mal mehr. Einerseits hat sie natürlich gerade die Zeit, denn seit letztem Dienstag ist sie zwischen zwei roten Strichen der Testskala gefangen. Sie wandert also gegenan. Gegen ihren Frust, gegen die Müdigkeit, gegen das Gedankenkarussell.

Wie oft Maxi ihr schon das Wort Geduld geschrieben hat. Für Conny ist es ein Unwort. Die ersten Tage wollte sie eigentlich nur schlafen. Doch gleichzeitig hielt sie die Unruhe am Telefon. Wieder einmal war es eine Totalbremsung nach turbulenten Wochen. Außerdem gingen sich ja nun Torsten und Conny auch noch aus dem Weg. Generalstabsmäßig testeten sich alle Mitarbeiter täglich, wurden alle anreisenden Gäste informiert, wurde der Dienstplan ( nun nur noch 8) geändert, schaltete Maxi auf Dauermodus. Conny nervte mit solchen Fragen, wie: Helfe ich überhaupt genug? Aber ein bißchen hilft das doch, oder? Das ist, wie wenn der Friseur ständig fragt, ob das Wasser auch warm genug ist, obwohl die Kopfhaut schon abfackelt. Donnerstag kam am Vormittag Torsten mit seinem legendären Rucksack über der Schulter außerhalb seiner vereinbarten Zeit in die Wohnung. Conny hechtete sich in eine Ecke. „Vorsicht! Ich bin doch noch da!“ Mit einem Lächeln und doch nicht wirklich erfreut, antwortete Torsten: „Ich darf jetzt zu Dir.“ Maxi kommentierte kurz und knapp: „Das war ja auch nicht mit anzusehen, wie ihr leidet, wenn ihr nicht zusammen seid.“ Die ersten Stunden saßen beide mit viel Abstand im Sessel und schwiegen und warteten darauf, daß alles vorbei ist. Funktionierte nicht. Dann fragte sie unten wieder an, ob sie was helfen kann. Das Kopfschütteln hörte sie bis oben. Dann kam das Fieber und Conny schlief endlich, und schlief. Und seit dem Erwachen wandert sie, und wandert, dreht der Schlappheit eine lange Nase, naja, eine kurze.

Die Gutshotelfamilie, nun nur noch 7, zeigt derweil einmal mehr, welche geballte Kraft in diesem wundervollen Team steckt. Conny würde ihnen das gern in Dauerschleife mitteilen, aber nervt bestimmt. Da sie also an den täglichen Schrauben des Hotellebens gerade nicht mitdrehen kann und damit sie nicht noch weiter in ein schwarzes Loch strudelt, fordert Euphelia eindringlich: Kümmere dich um das nächste Jahr! In der Tat waren dies früher die Wochen, da Conny stundenlang und die Nächte hindurch an den neuen Veranstaltungen, an den Zitaten und Texten bastelte. So eingesperrt zwischen zwei roten Teststrichen schmeckt allerdings weder der Champagner, noch läßt es sich leichtfüßig auf dem Tisch tanzen. Wenn die Ideen also nicht sprudeln, dann muß es doch einen Wanderweg geben, auf dem die Feen und Elfen Conny mal so richtig liebevoll in den Nacken zwicken. Euphelia erinnert sie an den Peter Pan Baum.

Und so fuhr Conny nach Kuchelmiß, wo vor vielen Jahren 60 Silvestergäste anreisten, um mit einem Feenlicht am Peter Pan Baum Elfengeschichten zu hören und Wünsche in den Himmel zu schicken. Mehrere Stunden wanderte Conny durch das Nebeldurchbruchstal, verweilte an wunderschönen Plätzen und war wohl heute die einzige mit dieser Idee.

Der Wald gehörte ihr allein. Euphelia ist von ihrer eigenen Idee ganz begeistert, denn sie durfte schreiben, Conny hat gelächelt und der Glanz in ihren Augen ist pure Freude über gefüllte Seiten in ihrem Notizbuch. Da sprudelte wohl nicht nur der Fluß.

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 19. August

Euphelia wird fast verrückt. Haben denn alle vergessen, daß es hier im Bücherhotel eine Hausschreibfeder gibt? Keiner grüßt sie oder hält ihr die Hand hin oder öffnet ihr gar das Tintenfaß. Conny geht blicklos an ihr vorüber. Es ist zwar schon viel, viel besser geworden, doch ihr rechter Fuß latscht seit Wochen humpelnd neben dem linken daher. Vielleicht muß sie sich einfach auf jeden Schritt konzentrieren. Euphelia erinnert sich, wie Philipp auf Connys 60. Geburtstag am Morgen den Fuß massierte, bis diese ihre Schmerzenstränen nicht mehr verbergen konnte. Seine Zauberhände wußten, was sie tun, denn Conny wollte am Abend unbedingt Walzer tanzen. Um Übergriffe zu verhindern, las ihr Philipp nebenher aus einem Buch vor. Genau, denkt Euphelia, damit begann das Dilemma. „Achtsam morden“ heißt das Buch – und seitdem ruht Conny in sich und Euphelia leider auch. Dieses Zitat steckt seitdem in Connys Brillenetui:

„Wenn Sie vor einer Tür stehen und warten, dann stehen Sie vor einer Tür und warten. Wenn Sie sich mit Ihrer Frau streiten, dann streiten Sie sich mit Ihrer Frau. Das ist Achtsamkeit. Wenn Sie vor einer Tür stehen und sich in Gedanken mit Ihrer Frau streiten, dann ist das nicht Achtsamkeit.“

Auf jeden Fall war der 30. April ein Tag voller Achtsamkeit.

Euphelia sieht ja ein, daß dies für die folgenden Wochen Connys Rettung war. Mitte Mai kündigte das Frühstücksengelchen nach 14 gemeinsamen Jahren aus heiterem Himmel zum 1. Juli und Conny stand voll im Regen. Die Buchungen waren für zehn wundervolle Gutshotelfamilienmitglieder angenommen worden und mußten nun ab Juli von neun Leuten umgesetzt werden. Stundenlang saß Conny am Dienstplan und Belegungsplan, wie ein Konstrukteur am Reißbrett. Gemeinsam haben sie es geschafft. In den Folgemonaten kann auf eine Person im Team weniger bereits reagiert werden. Sie buchen, was geht und allen guttut. Und natürlich wünschten sie auch Engelchen zum Abschied alles Gute auf ihrem weiteren Weg. Es waren schöne gemeinsame Jahre mit dem Frühstücksengelchen.

Im Mai wurde nach so vielen Monaten ohne Gesellschaften wieder eine Tafel dekoriert. Und zum ersten Mal sogar im umgebauten Saal, im neuen Gesellschaftsraum „Otto Reuter“.

Das Fahrrad holte Conny aus der Garage, um sich selbst zu beweisen, daß SIE ihrem Fuß ansagt, was geht und nicht umgekehrt. Ein wunderschöner Nachmittag zeigte ihr, da geht noch was. Auch mit 60 lebt ihr Traum von einer langen alleinigen Radtour durch Deutschland. Wer sie kennt, befürchtet, daß sie eines Tages von der Rezeption aufsteht und für ein paar Wochen verschwunden ist.

Mitte Mai fuhren Conny und Torsten an einem Nachmittag sehr spontan nach Lüneburg. In letzter Minute hatten sie noch zwei Karten ergattert für die Lesung mit John Strelecky. Seit Jahren ist das Buch „Das Café am Rande der Welt“ ihr wichtiger Begleiter. Alle Bücher von Strelecky hat sie gelesen und Torsten davon erzählt. Nun konnte sie in der zweiten Reihe diesem interessanten Autoren hingerissen lauschen und war total begeistert.

Maxi und Oli erlebten in Berlin ein Konzert mit 2Cellos. Diese Musik kannte Conny vorher gar nicht und freut sich über diese neue Richtung.

Schön, daß sie immer wieder lernen darf. Achja, apropos lernen: Conny ist fleißig dabei, kreatives Schreiben zu lernen. Anfang Juni fand ein winziger Schreibkurs mit zwei Teilnehmerinnen statt, um es zu probieren. Nun will Conny unbedingt ihren Abschluß eines Online-Studiums schaffen, um im kommenden Jahr selbst solche Kurse anzubieten. Monatlich arbeitet sie sich durch Übungshefte und schickt Einsendeaufgaben ab. Aber – das muß Euphelia ehrlich petzen: In Verzug ist Conny doch, da wird noch ein Endspurt nötig sein.

Ende Mai umrahmten sie den 70. Geburtstag des Autors und Verlegers Ruprecht Frieling. Prinz Rupi war schon häufig Gast hier im Bücherhotel, doch vor diesem Ereignis war die Gutshotelfamilie voller Ehrfurcht. Es wurden drei herausragende und gesellige Tage. Dies könnt ihr hier nachvollziehen:

Und siehe unbedingt: https://t1p.de/erstes-buchhotel-deutschlands

Bei all dem Trubel konnte Conny immer wieder die Schönheit ihres Parks genießen. Dank der Achtsamkeitsübungen aus „Achtsam morden“ saß sie einfach am großen Ausguck und tat – nichts.

Anfang Juni zeigte Maxi ganz stolz den neuen Entwurf einer Speisekarte. Nach zwei Jahren Entzug reichten Liane und sie an den nächsten Abenden ihren Gästen endlich wieder eine Speisekarte. Es hatte ihnen so gefehlt. Außerdem gestaltete Ingo neue Ideen für Abende, an denen im Sommer gemütlich das Ambiente im Park genossen wird. So entstanden neben den legendären Grillabenden jetzt auch rustikale Brotzeiten, nachdem herrlich duftende Brote aus dem Mecki hungrig machten.

Das Nudelbuffet deLuxe läßt in seiner Vielfalt und Schmackhaftigkeit jeden Erwachsenen zum Kind werden. Unsere Rocke-Wandergruppe brachte die Idee mit, Currywurst mit Pommes und Soßen und Salaten anzubieten. Ein kulinarischer Höhepunkt inzwischen. Vor allem macht die Geselligkeit und die gute Laune an diesen Abenden Lust auf neue solcher Ideen.

Im Juni ist einiges in Eulenhausen passiert. Hinter dem Naschweg wurde nun ein Maronenweg angelegt. Links neben dem Wagon entstand ein Rocky Hill mit drei Feuerahörnern, die speziell aus Hamburg hergebracht wurden.

Mitte Juni erlebte Conny einen zauberhaften und ganz wundersamen Vollmond total allein auf dem Bahnsteig. Dies war der Moment der Sehnsucht nach den so beliebten Vollmond-Veranstaltungen. So sie dürfen, wird es im nächsten Jahr solche Abende wieder geben.

An ein besonderes Lese-Erlebnis erinnert sich Euphelia. Conny sprach tagelang von nichts anderem. Ihr Sohn Charly belegte ein Kehlmann-Seminar. Wahrscheinlich deshalb fiel ihr das Buch in dem Karton sofort auf. „Unter der Sonne“ Erzählungen. Welch interessante Sprache, rote Fäden in den Erzählungen, die ständig um die Ecke dachten, Schlüsse, mit denen sie  nie rechnete. Ein Buch, welches unbedingt ein zweites Mal gelesen werden will.

An dem Wochenende, an dem sonst Mittweihnachten gefeiert wird, teilten sich in diesem Jahr eine Hochzeit und ein Geburtstag das Hotel. Zwei kleine Gesellschaften, deren Gäste dem Bücherhotel schon seit sehr vielen Jahren gute Freunde geworden sind. In diesem Rahmen fand auf dem Bahnsteig am Wagon das erste Klavierkonzert statt. Kaum zu beschreiben, mit welcher Andacht die Stimmung bei untergehender Sonne wahrgenommen wurde. 

Im Juli kamen DIE Kölner. Eine legendäre Busgruppe, die seit Jahren die Herzen der Gutshotelfamilie verzaubert. Sie blieb 11 Tage und keiner davon wurde langweilig. Jeden Tag Ausflüge, jeden Tag neue Dekoration am Abend. Volles Programm von und für Herzensmenschen. Sollte Euphelia irgendwann einmal über die Hintergründe der Hochzeit von Conny und Torsten schreiben dürfen, dann würden DIE Kölner eine wichtige Rolle in dieser Geschichte spielen.

Achja, noch ein wichtiges Ereignis fand im Juli statt. Conny hatte von ihrem Schwiegervater voller Vertrauen seine Hollywoodschaukel geerbt. Jahre dauerte es, bis sie nun endlich repariert und saniert ihren ehrenwerten Platz gefunden hat. Conny ist sehr glücklich darüber. Wenn das nächste Mal Torstens Schwestern kommen, werden sie hier gemeinsam in Erinnerungen schwelgen.

Ansonsten, denkt sich Euphelia gerade, gibt es eigentlich auch gar nicht viel zu berichten. Der Sommer zog eben seine Bahnen. Die Hitze legte das Gehirn lahm. Und doch wurde immer wieder gegossen, gepflanzt, gebacken, geputzt, gekocht,  gelacht und viel erzählt. Conny und Torsten schafften sogar einen kleinen Abstecher auf die HanseSail. Einmal Schiffe gucken und zurück. Daheim erwartete sie ein zauberhafter Vollmond.

Bis heute weilte eine Scootergruppe im Bücherhotel. Euphelia staunt, von woher überall in Deutschland diese Scooter angereist kamen. Eine geführte Reisegruppe, die in den letzten Tagen dieses wunderschönste aller Bundesländer lieben lernte.

Nachdem diese heute abreisten, gab es einen Hausputz auf Hochtouren, denn am Abend reisen Radler aus vielen verschiedenen Ländern an. Neues Spiel, neues Glück – und immer wieder Torsten am Grill.

Jetzt lehnt sich Euphelia wohlig zurück. Eigentlich hat sie Conny überlistet. Euphelia hatte sich einfach eine Hand geborgt. Von wem? Wer weiß das schon…

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Eintrag in das Buddelbuch – Euphelia am 21. April

Euphelia möchte sich konzentrieren. Sie hat sich in Connys Frauenzimmer zurückgezogen, denn dazu ist es ja da.

Das Fenster hat sie geöffnet. Doch schon lenkt sie das Durcheinander der frühlingshaften Stimmen draußen ab. Dazu der einzigartige Komplex der unterschiedlichsten Gerüche dieser Jahreszeit. Und dieser Ausblick: Sie bemerkt erst jetzt so ganz deutlich, wie plötzlich sich bereits die zarten grünen Blätter der Kastanien vom lauen Wind wiegen lassen. Eben waren es noch Knospen. Euphelia hat den Plopp wieder mal nicht gehört. Im letzten Jahr hatte sie es sich fest vorgenommen: Sie wollte unbedingt eine Knospe ploppen hören und das frische Grün wachsen sehen. Da waren sie sogar noch alleine auf dem Hof. Trotzdem hat die Kastanie ihre Arbeit still und heimlich verrichtet. Wenn sie auf den Fliederbusch schaut, so hat sie das Gefühl, sie kann die Blüten bereits riechen, so zart das Lila an den Spitzen. Der Chor in den Bäumen wird jeden Tag größer und übertönt das gleichförmige Gurren der Tauben. Euphelia ist glücklich über ihre Insel.

So gern möchte sie viel mehr über das Leben und Treiben hier schreiben. Doch ihr Platz ist der Schreibtisch „Zwischen den Zeilen“. Ihr Takt wird vorgegeben vom Klappen der Tür am Eingang – rein und raus. Und zum Glück ist dies seit Wochen kein langsamer Walzer mehr, sondern immer häufiger eine fröhliche Samba. Wenn Euphelia sich das erste Wort für gestern oder vorgestern überlegt hat, dann ist der neue Satz von heute schon wieder so lebendig, daß er sie ganz und gar beschäftigt. Dabei sind sie hier im Haus irgendwie ständig so vielfältig beschäftigt, denkt Euphelia, daß sie eigentlich immer wieder staunt, wie diese Gutshotelfamilie mit 24 Stunden am Tag auskommt.

Endlich möchte sie jedoch heute Danke sagen an alle, die so lieb der Gutshotelfamilie zu Ostern gute Wünsche überbrachten. Danke für dieses Wohlwollen, für das Interesse an diesem Ort und danke, daß Ihr allen Mitarbeitern so den Rücken stärkt und dem Bücherhotel treu seid. Das gibt sooooo viel Kraft!!!!


Gerade heute ist junges Leben und Denken und Diskutieren im Gesellschaftszimmer zu vernehmen. Vor einer Woche noch eingeräumt für Spiele, Lesemomente und Tischtennis, heute für eine Tagung. Ostern ist kaum vorüber, nun sind die Zimmer wieder neu belegt. Es waren herrliche Feiertage. Conny war sehr aufgeregt vorher. Zwei Jahre war Ostern in einem leeren Haus einfach so vorüber gegangen. Als im letzten Jahr Conny mit einem einzigen DekoHasen in der Hand erschien, antwortete Torsten ihr „Aber das reicht dann auch.“ Ja, in der Tat liebt Conny die Weihnachtswelt weit mehr als die aufgehängten Hasen und bunten Eier. Doch in diesem Jahr, so hatte Euphelia den Eindruck, wollten alle hier im Haus ein wenig nachholen. Pia begann mit dem Osterrausch, dem sich in den Tagen vor dem Fest dann niemand mehr entziehen konnte. Sie waren wirklich selbst überrascht, was die Kisten so alles hergaben. Auch der Karton, den Esther ihnen geschickt hatte, wurde geleert und erfreut einbezogen. Es gab früher, als die Kinder klein waren, wohl kein Jahr, in dem Eier draußen in die Bäume gehängt wurden. In diesem Jahr war es ein Großaufgebot.


Maxi hatte Plan und Listen für die Feiertage geschrieben, Kerstin und Pia hatten die Zimmer voller Liebe vorbereitet. Die Tage selbst verbrachten alle Gäste mehr draußen als drinnen. Am Sonnabend knisterte das Osterfeuer pünktlich zum Vollmond.

Mundharmonika wurde gespielt und das Beisammensein fröhlich genossen. Der Mecki freute sich schon am Tage über viel Begeisterung. Torsten als Ofenmeister zauberte Brote hervor, die unten nicht schwarz waren und oben eine knackende Kruste aufwiesen. Keines der Brote lernte das Gewölbe oder die Küche kennen. Sie hatten ein kurzes und erfülltes Leben. Als Engelchen die leeren Bretter entdeckte, die in die Küche getragen wurden, kam der verzweifelte Ausruf „Oh, ich muß neu backen!“ Ingo und seine Mädels in der Küche hatten sich tolle Überraschungen ausgedacht. Sie kochten im Mecki, backten Kekse darin und übertrafen sich bei ihrem köstlichen Ostermenü wieder einmal selbst. Liane und Maxi erfreuten die Gäste immer wieder mit farbenfrohen Dekorationen auf den Tischen im Gewölbe. Der Osterhase trieb am Sonntag so manch einen Gast in die Verzweiflung oder in den Lachkrampf, denn die Verstecke waren viel zu gut. Frische Waffeln, draußen gebacken, ausreichend Sekt und immer wieder Eierlikör beruhigten die Gemüter.

Achja, ein neues Familienmitglied wurde an Ostern begrüßt und mit großem Applaus eingeführt. Nach Sir Henry, einem zauberhaften Alleskönner von Rational in der Küche im Frühjahr, nach Mecki, dem Merklinger HolzbackGrillRäucherofen im Oktober, zog nun die zauberhafte und anmutige „Salzburger Getreidemühle“ ein. Erster Weizen wurde gemahlen, befühlt und verbacken.

Ein Name für die Mühle wird noch diskutiert. Edoard und Edelgard freuen sich über diese neue Bekanntschaft ebenfalls und hoffen auf diverse schmackhafte und vollkörnige Fütterungen. Das Getreide zu beschaffen für diese eigene Mühle ist schwerer, als Conny sich das dachte. Sie liebt scheinbar die Herausforderung, sonst hätte sie sich vor der Mühle um das Getreide gekümmert.
Natürlich waren sie alle am letzten Wochenende viel und lange in Eulenhausen. Doch darüber wird Euphelia in den nächsten Tagen berichten. Ihr dürft gespannt sein.