Euphelia im Advent – Tür 17

Advent mit Euphelia – 17. Tür

„Es gibt Dinge, die sind mehr als nur einen Blick wert.“

Unter diesem Bild sitzt soeben Euphelia. Es hing schon an vielen Stellen hier. Mal im Gelben Salon, mal im Wohnzimmer. Doch eine Zeit ohne dieses Bild kann sich nicht nur Euphelia nicht vorstellen, sondern alle guten dienenden Geister hier auch nicht. Sie waren es alle zusammen, die das große bunte Bild auf Leinwand entworfen und gemalt haben. Es ist für alle ein gemeinschaftliches Kleinod. Darauf sind viele Details, die das Leben hier im Bücherhotel so einzigartig machen.

Da ist die Eule – na klar, denn ohne Eule geht gar nichts.

Da ist der Mond als Zeichen für die Vollmondlesungen, die schon so viele Gäste in den letzten zwanzig Jahren in ihren Bann zogen. Und auch als Ausdruck des wundervollen Sternenhimmels, den inzwischen Himmelsgucker an diesem Ort entdeckt haben, weil kein Licht des nachts den Blick auf all die Sternenpracht verschwimmen läßt

Da ist das Buch, eines von mehr als Fünfhunderttausend Exemplaren. Kein Wunder, daß so viele Bücherwürmer mehr als nur einen Blick in dieses Haus werfen möchten.

Na klar hat auch die Spezies Bücherwurm einen Platz auf dem Bild. Eine große Anzahl davon wird hier tagtäglich voller Herzenswärme begrüßt und bedient.

Eingebettet sind diese Wahrzeichen in das Grün der Wiese und des Waldes um uns herum und natürlich darf der Mohn, der dem wundervollen Mecklenburg seine einzigartige Farbe gibt, nicht fehlen.

„Es gibt Dinge, die sind mehr als nur einen Blick wert.“

Euphelia sitzt zwischen ihren Eulenfreundinnen. Eine strahlt von innen und hatte einen weiten Weg von Augsburg nach Groß Breesen, eine strahlt volles, hellesWeihnachtslicht, kam sie doch von den Weihnachtselfen als Lichteule zu uns.

Neben ihr auf dem Sofa sitzen bei Kerzenschein

der Hausherr und seine Frau und sind selbst ganz überrascht von der Stille im Haus. Wie selten, daß einfach so nichts passiert.

Nichts!

Gar nichts!

Stille!

Sie sitzen, schauen in die Kerzen, schauen zu Euphelia und wissen, daß sie genau am richtigen Ort sind. Sie brauchen darüber nicht reden, sie nicken sich zu und alles ist besprochen. Plötzlich ist ganz klar, wohin der Tannenbaum gestellt wird, welche Schränke dafür zu rücken sind, welche Kartons zu verschleppen, welche Weihnachtsgeschenke am meisten Freude bereiten werden.

Alles ist gut vorbereitet. Der Hausherr und seine Frau spüren die innerliche Ruhe und können deshalb die Stille genießen.

Ist das nicht auch ein bißchen der Sinn von Advent?

Einfach sitzen, nichts denken, nichts passiert, nichts tun, in die Kerzen schauen und ganz genau wissen, es ist gut. Es ist genau richtig, so wie es ist.

Euphelia mag heute kein großes Buch an ihre Feder lassen. Sie blättert sich durch kurze wunderschön illustrierte Weihnachtsgeschichten. Sie sucht eine, doch sie weiß nicht welche. Es ging um Freundschaft, Einsamkeit, Verbundenheit und Tradition. Euphelia hofft so sehr, auch nach Weihnachten mit diesem Ort, mit diesen Geschichten verbunden zu sein, in Gesellschaft leben zu dürfen und vielleicht eine Tradition zu werden, ihre Freunde zu behalten und neue zu finden.

Da blättert sie die Seite auf mit der Geschichte, die sie tief im Innern bewegt hat bei jedem Lesen. Euphelia weiß außerdem, daß dies eine der Lieblingsgeschichten ist von Liane, einem der guten Geister im Gewölbe.

Euphelia wird darum bitten, diese Geschichte an Weihnachten vorgelesen zu bekommen.

Sie ruckelt sich in ihr silbernes Stiefelchen, zwinkert ihren Eulenfreundinnen voller Vorfreude auf diese Lektüre zu und vertieft sich in die wundervolle Weihnachtsgeschichte.

Heinrich Böll

Schicksal einer henkellosen Tasse“

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